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Angemerkt: Der Rat und der Ring

Angemerkt: Der Rat und der Ring

Zeitnaher wird ein Bürgermeister kaum noch den Zuhörern "Frohes Fest" zurufen können: Die letzte Sitzung des Stadtrates in Alsdorf wird am 23. Dezember stattfinden. Wenn es denn so bleibt, wie bis Montagabend geplant.

Das hat einen Hintergrund, der sich nur mühsam erhellt. Verwaltungschef Wolfgang Schwake hat - nach zwei Terminverlegungen - nun den Rat der Stadt für den 18. Dezember einberufen.

Ministerialdirigent Hans-Dieter Collinet soll dann (endlich) den Ehrenring der Stadt bekommen, für den sich neben MdL Hans Vorpeil auch die Ratsherren Hans Albert Hambücker (CDU) und Gustl Rinkens (SPD) eingesetzt hatten. Pikanterie: Beide haben ihre Abwesenheit für den 18. Dezember signalisiert; Rinkens sogar für seine gesamte 19-köpfige Fraktion.

Aus der gleich starken anderen Seite würden wohl ein halbes Dutzend Leute fehlen, mutmaßt deren Sprecher. Dass der Bürgermeister dennoch aufs Datum beharrt, erklärt dieser mit "unabdingbaren Beschlüssen", die der Stadt fürs Jahr noch Einnahmen bringen sollen. Gefährdet die Abwesenheitsquote deren Rechtmäßigkeit, muss der Ratsvorsitzende zügig neu einladen - siehe 23. Dezember. Gustl Rinkens nennt das "diktatorische Führung und schlechten Stil" des Bürgermeisters. "Meine Absage hätte Zeichen genug sein müssen, auf den Termin am 18. zu verzichten", sagt CDU-Chef Hambücker, der nach dem Hauptausschuss einen Rat für denkbar gehalten hätte. Der Ehrenring soll, von all dem unberührt, am 18. verliehen werden. Das habe sich Collinet "durch wertvolle Hilfe" verdient, meint Bürgermeister Schwake.

Richtig - aber wohl nicht nach solcher Debatte, vor einer Geisterkulisse. Das ist einer Stadt unwürdig! Bitte, Herr Collinet, entschuldigen Sie.