Herzogenrath: Amateur-Vereine brauchen attraktives Marketing

Herzogenrath: Amateur-Vereine brauchen attraktives Marketing

Bandenwerbung, Trikots oder Lautsprecherdurchsagen — das sind klassische Möglichkeiten für Sportvereine, sich durch Werbung ein paar finanzielle Mittel ins Haus zu holen. Wie das Ganze auch anders aussehen kann, zeigte den Mitgliedern des Stadtsportverbandes Herzogenrath nun ein Fachmann auf diesem Gebiet.

Ronnie Goertz, seines Zeichens Vorsitzender des Kreissportbundes Heinsberg, weiß als Banker genau, was Unternehmen in der heutigen Zeit als Gegenwert für ihre Gelder sehen wollen. „Als Verein ist man mit ganz Vielen in Konkurrenz, wenn es darum geht, Geld zu generieren“, sagte er. Dabei werden gleichzeitig auch die finanziellen Anforderungen an Vereine immer größer. So seien die Zeiten beispielsweise vorbei, in denen sich noch Freiwillige rein aus Idealismus darauf einließen, beispielsweise das Training oder die Betreuung in einem Sportverein zu übernehmen. Übungsleiterpauschalen seien heute an der Tagesordnung sagte Goertz, der im Kreis Heinsberg rund 300 organisierte Vereine mit etwa 60.000 Mitgliedern vertritt.

„Bei einer rückläufigen Sportförderung wird die Eigenfinanzierung von Vereinen eine immer wichtigere Problemstelle. Wenn die Mitgliedsbeiträge beispielsweise durch sinkende Mitgliedszahlen dann als Haupteinnahmequelle der Vereine ausbleiben, helfen nach Ansicht von Ronnie Goertz nur noch gezielte Maßnahmen, um auch in Sachen Marketing attraktiv zu bleiben.

„Marketing ist dabei aber viel mehr als nur Sponsoring“, unterstrich er. So könnten beispielsweise klar definierte Zielgruppen bei Vereinen dabei helfen, trotz spezieller Ausrichtung auf nur eine Sportart attraktiv zu sein. Die viel zitierten „Bettelbriefe“ seien dabei tabu, vielmehr wollte Goertz die rund 25 anwesenden Vereinsvertreter dazu animieren, konkrete Ideen zu formulieren und gemeinsam mit den Unternehmen zu realisieren. „Versetzen Sie sich in die Lage des Sponsors und lernen Sie seine Denkweise kennen“, riet er.

Die Vereinsgröße spiele dabei keine Rolle, lediglich die geschickte Verbindung aus passendem Marketing und einer hervorragend umzusetzenden Idee sei ein Schlüssel zum Erfolg. Das sei leicht über Gefühle zu erreichen, die der Sponsor immer mit dem unterstützten Projekt verbinden solle. „Denn Emotion ist immer das Transportmittel für Botschaften. Die Selbstdarstellung des Vereins muss über Bilder passieren“, unterstrich Goertz.

Auch Ideen, das eigentliche Angebot auszubauen und auf besondere Anforderungen, beispielsweise für den Reha-Sport auszubauen, könnten dabei eine Rolle spielen. So sah Goertz viele Möglichkeiten, den Sportverein über gezieltes Marketing besser aufzustellen, aber gleichzeitig sagte er, dass es ein harter Weg sei. „Aller Anfang ist schwer“, schloss Ronnie Goertz, „aber man sollte nie Sponsoring um jeden Preis betreiben.“

(mabie)