Würselen: Altes Rathaus weist positive Bilanz aus

Würselen: Altes Rathaus weist positive Bilanz aus

Selbst unter zunehmend widrigen Umständen ist das Kulturzentrum Altes Rathaus an der Kaiserstraße in Würselen erfolgreich. Im Kulturausschuss hieß es dazu: „Das positive Image der Kulturstadt Würselen hat als weicher Standortfaktor Bestand.“

Entscheidend für die Profilbildung innerhalb der Region und darüber hinaus sei die große Attraktivität und Qualität der Kultur-, Freizeit- und Bildungsangebote. Das Alte Rathaus trage hierzu entscheidend bei — mit Veranstaltungen und Ausstellungen, mit der Musikschule und der Theaterschule für Kinder und Jugendliche, mit Kursen in der Erwachsenenbildung, mit Angeboten von Vereinen, freien Initiativen und Parteien, mit kommerziellen Veranstaltungen, mit der Stadtbücherei und dem Kulturarchiv.

Sie führt das Kulturzentrum Altes Rathaus an der Kaiserstraße in Würselen: Sigrid Kerinnes.

Ausdrückliches Lob gab es für städtischen Bediensteten Sigrid Kerinnis, die das Haus führt, angesichts der positiven Bilanz für das Jahr 2016.

Kleiner Etat, großer Erfolg

Das in die Jahre gekommene Kulturzentrum soll im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts Innenstadt (IHK) mit Mitteln des Stadterneuerungsprogramms umfassend energetisch saniert und auch inhaltlich neu ausgerichtet werden.

Allerdings lässt dies auf sich warten. Zuletzt wurde in einem Gespräch mit Vertretern des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW und der Bezirksregierung Köln vor ein paar Monaten bereits festgestellt, dass die Ertüchtigung des Alten Rathauses in diesem Jahr nicht in das Stadterneuerungsprogramm aufgenommen werden kann, wie die Stadtverwaltung seinerzeit mitteilte. Dafür wurde die Verschönerung des Lindenplatzes vorgezogen.

Gemessen an der dem Kulturzentrum seitens der Verwaltung und der Politik zugebilligten Bedeutung für das kulturelle Leben — hier werden viele Veranstaltungen angeboten — dürfte die Stadt allerdings an einer schnellen Verbesserung der Rahmenbedingungen interessiert sein.

Dabei wird das Haus nach Vorgaben der Kommune mit kleinem Etat gefahren — und schreibt dennoch schwarze Zahlen, macht also ein Plus. Für den Bereich Kultur waren im vergangenen Jahr an Einnahmen 35.000 und an Ausgaben 41.500 Euro vorgesehen. Man rechnete also mit einem Defizit von 6500 Euro. Tatsächlich wurden 37.725 Euro eingenommen und nur 34.651 ausgegeben. Ein Plus von immerhin 3074 Euro.

Was hat dazu beigetragen? „Ein attraktives Veranstaltungs- und Ausstellungsangebot“, heißt es selbstbewusst in der Eigendarstellung. Und die Akquise von Fördermitteln, so etwa für das Kinder- und Jugendtheaterprojekt „Theater Starter“. Ein weiterer Grund für den Erfolg sei regionales Kultur-Marketing im Veranstalter-Verbund gewesen, was zu höherer Effizienz und gleichzeitiger Kosten-Reduzierung geführt habe. So wurde ein Veranstaltungskalender in hoher Auflage auch unserer Tageszeitung beigelegt, wie es hieß.

Hervorgehoben wird ebenso die Arbeit mit Kultur- und Medienpartnern, zu denen ebenfalls unsere Tageszeitung gehört. „Die koordinierte und kooperative Arbeit“ habe sich ausgezahlt. Ein weiterer Grund für das wirtschaftlich positive Abschneiden seien „eigenerwirtschaftete Gewinne durch kommerzielle Vermietungen“ gewesen. Die Einnahmen aus Miete und Pacht lagen laut Stadt im vergangenen Jahr mit 10795 um 4795 Euro über dem Haushaltsansatz von 6000 Euro.