Alt-Merksteiner Laienspieler mit Der Pferdekur 2019

Alt-Merksteiner Laienspieler : „Die Pferdekur“ ist ein Lacherfolg

Nach zehn Jahren führten die Alt-Merksteiner Laienspieler wieder einmal „De Peadskuur“ im Pfarrheim auf. Es handelte sich um die Posse „Die Pferdekur“ von Carl Silber, einem deftigen Schwank, in hiesigem Dialekt gesprochen.

Die Besucher im vollbesetzten großen Saal, es gab drei Vorstellungen, darunter auch viele Jugendliche und Kinder, hatten einen großen Spaß an den plattdeutschen Ausdrücken und Redewendungen.

Gaby Bayer-Ortmanns, die durch den Abend führte, hieß besonders Franz-Josef Terodde willkommen, der dieses Stück in „Meerster Platt“ umgeschrieben, denn das Original war im Berliner Dialekt verfasst. Die Regie hatten Raimund Noppeney und Maritta Rubner übernommen, für die Musik sorgten Benjamin Sprenger (Akkordeon) und Severin Siepmann (Trompete).

Die Handlung ist eine simple Verwechslungsgeschichte: Wer sich überfressen hat, braucht einen Arzt. Dass Dr. Metzler allerdings nur Tierarzt ist, weiß die verliebte Tochter des Patienten nicht. Der Arzt wiederum glaubt, der Patient sei ein Ross…

Der Merksteiner Pferde-Fuhrwerksbetreiber Jakob „Kueb“ Karrenbach (gespielt von Raimund Noppeney) ist ein grober und mitunter unangenehmer Zeitgenosse. Darunter müssen nicht nur Ehefrau „Mienchen“ (gespielt von Maritta Rubner) und Tochter Margarete (gespielt von Julia Noppeney) leiden. Auch das Hausmädchen Marie (gespielt von Yvonne Lorenz) und der Stallknecht August (gespielt von Christel Buchty) bekommen das oft genug zu spüren und warten auf eine Gelegenheit, es dem Alten zurückzuzahlen. Jakob isst gerne und viel, denn er hat einen mehr als gesunden Appetit. Nach dem er zum zweiten Frühstück bereits ein großes Stück Schweinernes mit Kraut, und hernach noch ein Gansviertel mit Salat vertilgt hat, fragt er schon wieder, wann endlich das Mittagessen auf den Tisch komme. Um ihn zufrieden zu stellen, setzt man ihm eine Schüssel voll Knödel vor, die er restlos verputzt.

Aber die Überfütterung rächt sich: er bekommt heftige Leibschmerzen und muss ins Bett. Um den Vater und Ehemann Kueb Karrenbach von seinen unerträglichen Bauchkrämpfen zu heilen, rufen Tochter Greti und Ehefrau Mienchen, den netten jungen Arzt Dr. Metzler, den Greti kürzlich kennen und lieben gelernt. Dr. Metzler (gespielt von Rafael Siepmann) wollte eben in dringender Angelegenheit wegfahren, kommt aber doch, da Greti ihn holen lässt, und verordnet in der Meinung, es handle sich um eines der Pferde Karrenbach, eine Pferdekur. Dr. Metzler ist nämlich Tierarzt, was aber Greti, die ihn nur kurze Zeit kennt, bis dahin noch nicht bekannt war.

Da er große Eile hat, geht er wieder, ohne den Patienten gesehen zu haben. So wurde der „kranke“ Jakob von Hausmädchen Marie – wie verordnet - in eine Decke gehüllt, von Pferdeknecht August mit der Peitsche im Galopp im Kreis gejagt und schließlich mit kaltem Wasser übergossen. Der wieder eintreffende Doktor Metzler kann die Verwirrung aufklären, die verordnete „Pferdekur“ hat seinem Patienten offensichtlich doch geholfen: dieser ist seine Leibschmerzen los und – zugleich seine Tochter. Denn dass diese nach der gelungenen Wunder- und Pferdekur ihren Tierarzt Dr. Metzler bekommt, ist selbstverständlich. Tosender Beifall war für die Akteure der Lohn des Abends, der Erlös kommt der Pfarrcaritas zugute.

(fs)
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