Alsdorf: Alsdorferin Regina Bonni und ihr Roman „Bold Beauty“

Alsdorf : Alsdorferin Regina Bonni und ihr Roman „Bold Beauty“

Eines Tages stand Regina Bonni vor dem großen Tisch in der Buchhandlung: Thriller, Thriller, Thriller, Krimi, Thriller und noch mal Krimi. Alles entweder sehr brutal oder voll von überzogenen Intrigen. „Gibt es denn nichts anderes mehr?“, habe sie sich da gefragt.

Doch, gab es. Nicht weniger überzogene Liebesschnulzen. Auch nicht das, wonach Regina Bonni suchte, nämlich etwas zur Entspannung. Also beschloss sie, selbst ein Buch zu schreiben. Noch am selben Abend fing sie damit an.

Das Ergebnis liegt seit Mitte Oktober vor: „Bold Beauty — Kühne Schönheit“ von Emilia Fog (ISBN: 978-3-947002-44-3). Für das Pseudonym hatte sich Bonni entschieden, weil es ein „kurzer, aber einprägsamer Name sein sollte, der nicht zu deutsch klingt“.

Kulisse: Devon

Das Cover: Schattenrisse eines Baumes, eines Reiters und eines sich fast küssenden Paares vor glühend orangenem Sonnenuntergang. An der Stelle könnte man sich von Vorurteilen verleiten lassen, die den Blick auf die Autorin an sich und ihr erstes Buch verstellen. Also bleiben wir mal neutral-optimistisch.

Die Kulisse des Romans befindet sich in Devon. Süd-England also. „Die Geschichte passt am besten dorthin. Ich kenne die Gegend gut, weil ich mit meinen Eltern früher oft in England Urlaub gemacht habe“, erzählt die 46-Jährige. Handlungsort ist ein Gestüt — Regina Bonni ist zwölf Jahre lang geritten und hatte einst auch ein Praktikum in der Pferdezucht absolviert. Soweit die autobiografischen Elemente, dann hört es aber auch schon auf.

Zeitlich verortet ist die Geschichte nämlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts, die zentralen Figuren heißen William Gladwyn (der versnobte Gestütsbesitzer) und Bart Menwill. Die beiden Freunde machen sich auf die Reise, um Zuchtpferde zu erwerben und stoßen dabei auf Samantha Dorsen (die kühne und selbstbewusste Gutstochter). Ein tragischer Schicksalsschlag, machthungrige Nachbarn und eine „emotionale Explosion“ am Ende runden den Spannungsbogen ab.

Nach einem halben Jahr standen die 286 Seiten. Sie habe bewusst sprachlich leicht verständlich und mit überschaubaren Handlungssträngen geschrieben, so die Autorin. „So, dass man das Buch auch mal für ein paar Wochen weglegen kann, ohne dann wieder von vorne anfangen zu müssen.“

Bonni sieht ihr eigenes Werk „eher skeptisch“ und stapelt tief. Positive Rückmeldungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis bedeuteten ja zunächst nicht viel, meint sie. Aber auch aus Internetforen vernahm sie dann lobende Worte. Über eine solche Gruppe erhielt sie auch den Kontakt zu einem Verlag — der sich zu ihrem allergrößten Erstaunen in ihrer Stadt befand. In Alsdorf nämlich.

Der Nibe-Verlag von Nikolaus Bettinger. Inzwischen ist „Bold Beauty“ nicht nur in Papier- oder E-Book-Version über Amazon erhältlich, sondern liegt auch beispielsweise in der Buchhandlung Thater in Alsdorf aus. Und die nächsten Bücher (!) stehen bereits in der Warteschleife. „Das nächste könnte vielleicht schon Anfang 2018 veröffentlicht werden“, sagt Bonni.

Wie bei ihrem Erstlingswerk spielen die Handlungen der nächsten drei Bücher vor historischer Kulisse, aber nur eines davon in England. „Vieles ist dabei wieder Fantasie, aber was die Umgebung, die Städte und die damaligen Verhältnisse — auch die Stellung der Frau anbelangt — habe ich im Internet recherchiert“, erzählt Bonni.

Ob das nun eine zweite Karriere wird? Regina Bonni winkt ab. Erst einmal denke sie nicht daran, ihren Job als Marketingassistentin an den Nagel zu hängen.