Alsdorf: Alsdorfer Unternehmen Amba expandiert und sucht Mechaniker

Alsdorf : Alsdorfer Unternehmen Amba expandiert und sucht Mechaniker

Wie werden eigentlich Schrauben hergestellt? Diese Frage haben sich vermutlich die Wenigsten bisher in ihrem Leben gestellt. Anders als Manfred Houben und Manfred Gottschalk. Denn ihr gesamter Alltag dreht sich um dieses Thema.

Als Geschäftsführer der Aachener Maschinenbau GmbH, kurz Amba, die ihren Sitz in Alsdorf hat, beliefern sie weltweit Hersteller von Schrauben einer Länge zwischen 6 Zentimeter und 2,5 Meter mit den passenden Maschinen.

Darüber hinaus eigenen sich ihre Konstruktionen für alle Bereiche, bei denen eine Kaltumformung von Bauteilen aus Metall gefragt ist, so auch bei der Herstellung von Rohren für die Automobilindustrie und Speichen für Fahrräder.

Letzter Feinschliff

Gerade erst haben Houben und Gottschalk aufgrund der hohen Nachfrage ihre Firma um eine 1500 Quadratmeter große Montagehalle erweitert und ihre Produktionsfläche so verdoppelt. Seit Anfang Januar ist sie in Betrieb, aktuell wird noch am letzten Feinschliff gearbeitet. „In unserer älteren Halle konnten wir nur maximal eine Maschine herstellen, und selbst das war manchmal ziemlich eng“, sagt Houben.

Dank der neuen Halle können nun mehrere Aufträge gleichzeitig bearbeitet werden. Vom langjährigen Kooperationspartner „Klinken Automation“ aus Aachen haben die Alsdorfer den Bereich Automatisierungstechnik übernommen. Mechanik und Prozesssteuerung kommen nun aus einer Hand.

Sechs Monate ab Konstruktion

Der Ablauf bei neuen Aufträgen ist dabei immer gleich: Ein Kunde — zum Beispiel Spax, die Würth-Gruppe oder Heco — zeigt den Konstrukteuren, welches Produkt er herstellen will. Amba entwirft die Maschine und baut sie anschließend nach seinen Wünschen.

Fünf bis sechs Monate dauert es in der Regel von der Konstruktion bis zur Lieferung der Maschine. Alle Einzelteile werden in Alsdorf von Fachkräften hergestellt, kategorisiert und sortiert, damit sie anschließend in der neuen Halle montiert werden können. Als Hilfe dient den Arbeitern eine Konstruktionsvorlage auf dem PC. „Eine Maschine ist wie ein 3D-Puzzle mit 3000 Einzelteilen“, fasst Houben zusammen. Abhängig von der Schraubenart kann sie zwischen 100 und 400 Stück pro Minute herstellen.

Um die Mitarbeiter der Schraubenhersteller körperlich zu schonen, haben Houben und sein Team einen Roboter entwickelt, der am Ende des Herstellungsprozesses die Schrauben in eine Kiste packt.

Amba ist weltweit Marktführer. Technologisch gibt es keinen Wettbewerber. „Bisher kann uns keiner das Wasser reichen“, drückt Houben es aus. Das liegt auch daran, dass Amba momentan die einzige Firma sei, die verschiedene Prozesse, die für die Fertigung von Schrauben nötig sind, sonst aber nur mit mehreren Maschinen bewältigt werden können, in einem Gerät zusammenführt — quasi von der Drahtspule zum fertigen, verpackten Produkt.

Wenn man irgendwo auf der Welt eine Spezialschraube sieht, die länger als 200 Millimeter ist, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 90 Prozent, dass sie auf einer Maschine von Amba produziert wurde“, erklärt Houben. Die Lebensdauer des Geräts beträgt mehrere Jahrzehnte. „Uns erreichen manchmal Anfragen für Ersatzteile für Maschinen, die aus den 80er Jahren sind“, sagt Gottschalk.

200.000 bis 1,8 Millionen Euro zahlen die Käufer insgesamt je nach Aufwand und Endergebnis für eine Maschine. Fünf Exemplare stellt Amba jährlich her. „Auch wenn wir Bedarf für mehr hätten“, sagt Gottschalk. Denn die Marktlücke, die sie bedienen, führt zu Auftraggebern weltweit.

In Alsdorf abgenommen

Ist eine Maschine fertig, wird sie in Alsdorf vom Käufer abgenommen, wenn nötig wieder demontiert und dann verschickt. „Wir stellen keine Serienprodukte her. Das sind alles Prototypen“, betont Gottschalk. Deshalb sei eine Abnahme vor Ort auch so wichtig.

Im Zuge ihrer Expansion hat das Unternehmen seit Ende 2017 bereits mehr als zehn neue Mitarbeiter eingestellt. Momentan umfasst das Team 60 Fachkundige, darunter Schlosser, Ingenieure und Zerspanungsmechaniker. Gesucht werden derzeit noch weitere Industriemechaniker, die bereits Erfahrung mit Anlagen- und Maschinenbau haben.

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