Alsdorf/Maastricht: Alsdorfer Triathleten meistern ihren ersten Ironman

Alsdorf/Maastricht : Alsdorfer Triathleten meistern ihren ersten Ironman

So langsam ist er raus aus Knochen und Muskeln. Aus dem Kopf aber nicht. Ein Ironman ist die etwas andere Erfahrung, sogar für Ausdauersportler. Ein Kampf mit Körper und Geist, zu dem man nicht einfach mal so zwischen Tür und Angel antritt. Auch Markus Gilleßen (35) und Peter Loncarevic (44) nicht, obwohl die beiden Alsdorfer gut trainierte Triathleten sind.

Aber die Langdistanz ist eben etwas Besonderes. Vor allem für Gilleßen, für den es das erste Mal war. Das hat er sich diesen August gegönnt. Beim Ironman Maastricht-Limburg sind beide aber nicht nur angetreten, sie haben ihn geschafft, besiegt haben sie ihn — 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen.

Abgeschlossen: Peter Loncarevic (großes Foto, l.) und Markus Gilleßen haben den Ironman Maastricht-Limburg bezwungen — Gilleßen nach 13:20 Stunden (kleines Foto), Loncarevic nach 15:47. Foto: Linda Herten-Gilleßen

Acht Tage hat Gilleßen nach dem Ironman pausiert, um zu regenerieren. Dann hat er sein Training für das nächste Sportevent begonnen: einen Triathlon in olympischer Distanz, bei dem er am vergangenen Sonntag gestartet ist — und dritter in seiner Altersklasse wurde. Es war eine sehr kurze Pause. „Eigentlich ist die Faustregel: anderthalb bis zwei Tage Pause pro Wettkampfstunde“, erklärt der 35-Jährige.

Nach Adam Riese wären das etwa zwischen 20 und 27 Tagen gewesen, die Gilleßen hätte pausieren müssen, nachdem er 13 Stunden und 20 Minuten an einem Stück geschwommen, gelaufen und geradelt ist. Loncarevic läuft nach 15 Stunden, 47 Minuten durchs Ziel. Wie sich das anfühlt? Gilleßen: „Zuerst macht es Spaß. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich fragt: Warum mache ich das eigentlich? Dann sieht man seine Familie am Rand stehen und hat wieder ein kleines Hoch. Aber spätestens nach zehn Stunden will man eigentlich nur noch aufgeben. Dann ist es nur noch Kopfkrieg, den man da mit sich führt, zumindest die letzten vier bis fünf Stunden.“

Um 7.15 Uhr hatte die Kanone geknallt und den Start verkündet. Mit rund 1400 Athleten waren Gilleßen und Loncarevic in die Maas gesprungen und wühlten sich gegen die Strömung des Flusses. Jürgen Gilleßen, Markus Vater, hält über diesen Ironman fest: „Es gibt Hunderte Ausfälle an diesem Tag, weil entweder muskulär nix mehr geht oder die Sportler kreislauftechnisch am Ende sind.“

Lockeres Auslaufen

Am kommenden Sonntag steht für Markus Gilleßen der nächste Ausflug an. Sprintdistanz, 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, fünf Kilometer Laufen. Für den Alsdorfer, der gemeinsam mit Loncarevic im Marathon-Club Eschweiler trainiert, also ein eher lockeres Auslaufen aus der Triathlonsaison, die er mit diesem Event beschließt. „Dann kommen nur noch ein paar kleinere Läufe“, sagt Gilleßen. 2018 werden es für ihn dann geschätzt 15 bis 16 große Wettbewerbe gewesen sein.

Wann er sich wieder an die Langdistanz herantraut, weiß er jetzt noch nicht. Dass er sich aber irgendwann wieder nach zehn Stunden fragen wird, warum er sich das überhaupt antut, steht außer Frage. Auf dem Wunschzettel steht Hamburg 2019. Zeit zur Vorbereitung ist also noch genug.

(tv)