Alsdorf: Alsdorfer Autorin Gisela Luise Till bewegt mit ihren Geschichten die Zuhörer

Alsdorf: Alsdorfer Autorin Gisela Luise Till bewegt mit ihren Geschichten die Zuhörer

Auf dem E-Book-Reader konnte man das Werk schon vor knapp zwei Monaten lesen. Vor zwei Wochen hielt die Alsdorfer Autorin Gisela Luise Till nun auch endlich die gebundene Fassung ihres ersten eigenen Sammelbandes in den Händen.

„Wie das Leben eben so spielt“ (ISBN: 978-3861-967583) lautet der Titel der im „Papierfresserchen“-Verlag erschienenen Sammlung, welche Gedichte, Märchen, Erinnerungen und Gedichte aus der Schaffenszeit von Till vereint.

Fast zehn Jahre sind vergangen, dass Till ihren Erstlingsroman „Die Zauberperle“ (ISBN: 978-3861960034) veröffentlichte. Die passionierte Schreiberin wurde buchstäblich zum Autorendasein „gezwungen“. Die Geschichten, die sie ihrer Enkelin erzählte, wurden viel zu umfangreich, als dass sie diese nur im Kopf behalten konnte. Als sie sich vor vier Jahren an die Arbeit für eine Romanfortsetzung machte, konnte sie bereits auf einen beachtlichen Fundus an kürzerer Prosa und Poesie blicken. „Ich habe schon mein Leben lang gerne geschrieben. Gerade zwischen den beiden Romanen habe ich viele Kurzgeschichten und Gedichte verfasst“, erzählte Till unserer Zeitung.

Einige der so entstandenen Werke haben bereits den Weg in verschiedene Anthologien der „Papierfresserchen“ gefunden. Vor nicht allzu langer Zeit kamen dann die Verlagsverantwortlichen auf die Alsdorferin zu mit dem Vorschlag, eine eigene Sammlung für einen personalisierten Sammelband aufzustellen.

Fast zeitgleich mit dem Fortsetzungsroman „Die Königin des Lichts“ (ISBN: 978-3-86196-751-4) konnte nun auch dieses Werk der Leserschaft zugänglich gemacht werden.

Besonders bei öffentlichen Lesungen merkte Till, wie sehr ihre Geschichten ihre Zuhörer erreichen und bewegen. Eine handelt von den Wirren der Nachkriegszeit, als im zerstörten Alsdorf Kinder wie Till auf dem abgeernteten Acker nach vergessenen Kartoffeln „hackten“. Eine Hörerin erlebte ein ähnliches Schicksal und kam mit der Autorin sofort ins Gespräch.

Auch der Titel „Heimatlos“ behandelt die Grausamkeit des Krieges in der Region. Till musste nolens volens, wie viele Alsdorfer, aufgrund der näher rückenden Front in die Evakuierung.

Viele persönliche Erinnerungen an ein von Familie und Geborgenheit geprägtes Leben fanden Eingang in die gesammelten Werke. Besonders das erste Kapitel widmet sich der Jugendzeit der Autorin. Gemeinsame Reisen, Feste, aber auch traumatische Erinnerungen wie eine mit dem Rohrstock prügelnde Lehrerin in der ersten Klasse werden thematisiert.

Freilich haben nicht alle Werke aus der Tille_SSRqschen Schaffenszeit den Weg in den Sammelband gefunden. „Ich habe lange überlegt und nach eigenem Ermessen ein paar weggelassen.“ Mit Blick auf die Weihnachtszeit dürfen vor allem die fantasievollen Weihnachtsmärchen im letzten Kapitel empfohlen werden.

Neuer Roman möglich

Schwiegersohn Rob ist nur einer von vielen, den Till mit ihren Werken bewegen konnte. Er wurde durch die Publikation zur wahren „Leseratte“. Folgender Kommentar ist sinngemäß überliefert: „Es ist schwer, aufzuhören. Man sollte es immer mindestens zweimal lesen, denn die Emotion trifft dich jedesmal anders.“ Wie es nach den beiden Veröffentlichungen nun weitergeht, weiß Gisela Luise Till noch nicht genau. Momentan ist ein weiterer Roman („Geister-Kalle“) in der Frühphase der Erschaffung. „Es kommt aber darauf an, wie ich mich fühle.“ Unabhängig vom Verlag wird sie jedoch weiter kleinere Texte verfassen. Eine neue Sammlung wird somit also zwangsläufig „ganz nebenbei“ erscheinen.