Stadt Alsdorf schließt Jahr 2018 positiv ab und hat Mittel übrig

Übriggebliebene Mittel aus 2018 : 7,2 Millionen mehr für Bildung und Sport

Wer Geld hat, kann Geld investieren: Übriggebliebene Mittel aus 2018 steckt die Stadt Alsdorf in Schulen und Sportanlagen.

Wenn am Ende des Monats alle Rechnungen beglichen sind und etwas Geld übrig bleibt, freut sich der Mensch. Wenn ein Haushaltsjahr in Städten und Gemeinden mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen wird, freut sich in den Rathäusern derer gleich eine ganze Reihe. An den Klang von Freudenfanfaren, die aus den Fenstern des Verwaltungsbaus gehalten werden, um frohe Kunde erfreulicher Zahlen auf städtischen Konten herauszuposaunen, ist man in Alsdorf allerdings nicht gewöhnt.

Die aktuelle Situation ist jedoch eine andere. Bürgermeister Alfred Sonders: „Die Stadt Alsdorf hat im vorigen Jahr einen guten Abschluss gemacht und wird den Haushalt 2018 mit einem positiven Ergebnis statt geplanten 8 Millionen Euro Minus abschließen.“ Wie gut genau das Ergebnis ausfällt, wird der Kämmerer in wenigen Wochen verkünden. Klar ist aber schon jetzt: Es sind Mittel frei, die investiert werden können. Wie sie eingesetzt werden, steht bereits fest.

Ausbau für den Offenen Ganztag

Der dickste Brocken – 4 Millionen zurückgehaltene Euro aus dem Konjunkturpaket II – ist zweckgebunden an den Schulbereich. Das Geld wird in den Ausbau Offener Ganztag an den sieben Alsdorfer Schulen gesteckt, die ein entsprechendes Angebot haben. „Wenn wir das OGS-Programm bis 2022 abgearbeitet haben, sind alle Schulen – Grundschulen und weiterführende Schulen – in einem Top-Zustand“, sagt Sonders. Das betreffe nicht nur die Gebäude selbst, sondern auch die Infrastruktur. Glasfaser etwa liege dann bis in jeden Klassenraum.

Aus dem Landesförderprogramm „Gute Schule 2020“ bleiben 600.000 Euro übrig, weil für die Finanzierung geplanter OGS-Einzelmaßnahmen ein anderer Fördertopf aufgetan wurde. Sie werden in die Gemeinschaftsgrundschule Blumenrath gesteckt. Es stehen eine Betonsanierung und die „brandschutztechnische Ertüchtigung“ an.

Ausbau von Sportstätten

Ein wenig Stolz schwingt mit bei Sonders’ der Ankündigung, mit den zusätzlichen freien Mitteln bis auf eine einzige Maßnahme nun alle restlichen Vorhaben, die im Sportstättenentwicklungsplan noch offenstehen, in naher Zukunft umsetzen zu können. Darunter ist ein Projekt auf der Sportanlage der Spvgg Glück-Auf Ofden 1955, für das zunächst 50.000 Euro eingeplant waren. Nun stehen für einen neuen Aschenplatz für das Training im Winter – auf dem Naturrasenplatz war das in der kalten Jahreszeit bisher nicht möglich – 100.000 Euro zur Verfügung.

Alemannia Mariadorf wird mit einem Kunstrasenplatz inklusive Flutlichtanlage ausgestattet, außerdem wird die Leichtathletikanlage saniert – für 680.000 Euro mehr, als bisher veranschlagt waren. Insgesamt stehen dafür nun 900.000 Euro zur Verfügung.

Auf der Anlage des VfB Alsdorf in Zopp muss der Rasen gründlich erneuert werden. Zusammen mit der Umsetzung einer Drainage werden am Standort 250.000 Euro ausgegeben. Mit der Nivellierung des Platzes, der etwas Hanglage hat, wird es allerdings nichts, die wäre laut Sonders zu aufwendig. Für alle Projekte sollen die Planungen noch in diesem Jahr beginnen.

Die knapp eine Million Euro, die zusätzlich in die Sportstätten gesteckt werden, ist Teil von insgesamt 2,6 Millionen Euro freien Investitionsmitteln, die noch aus dem vergangenen Jahr ins aktuelle übernommen werden können. Der zweite Teil der Summe, die übrigen 1,6 Millionen Euro, kommen der Jugendkunstschule „Aber Hallo“ zugute. „Was lange währt, wird hoffentlich endlich gut“, resümierte Manfred Schmidt, Leiter des Referats Jugend, Schulen und Sport, bei der  Sitzung des Jugendhilfeausschuss am Donnerstagabend. Gemeint war die seit Jahren unklare Zukunft mit Blick auf den Standort der Einrichtung.

Eigentlich sollte sie in den Gebäudeteil B der fertiggestellten Kraftzentrale ziehen, auf der entsprechenden Etage waren sogar schon Namensschilder neben den Türen angebracht. Dann meldete das Gymnasium zusätzlichen Platzbedarf an, und die Räume wurden für die Schule gebraucht. „Aber Hallo“ verblieb zunächst in einer alten Turnhalle in Busch. Nun ist klar: Für die Jugendkunstschule, die eng mit den umliegenden Schulen zusammenarbeitet und deshalb auch der räumlichen Nähe zu ihnen bedarf, wird ein eigenes Gebäude errichtet.

Ein Platz für „Aber Hallo“

Das Flächenkonzept orientiert sich mit 500 Quadratmetern am nötigen Raum, den die Einrichtung zur Umsetzung der bestehenden Angebote benötigt. Mehrere Standorte waren im Umfeld des Kubiz von der Stadtverwaltung geprüft worden, insbesondere unter Aspekten von Denkmalschutz, Eigentumsverhältnissen und stadtplanerischen Gesichtspunkten.

Das Rennen wird höchstwahrscheinlich – der endgültige politische Beschluss ist Voraussetzung – ein Grundstück auf dem Gelände des Annaparks zwischen städtischem Familienzentrum Annapark und der Kraftzentrale machen.

Dass all diese Investitionen in naher Zukunft getätigt und die Projekte in der aktuell geplanten Form umgesetzt werden können, führt Sonders neben dem guten Jahresabschluss 2018 vor allem auf die Vermarktung unter anderem von Grundstücken zurück, die im vergangenen Jahr sehr gut gelaufen sei. Was unterm Strich aus dem vergangenen Jahr im Stadtsäckel hängenbleibt? Nach der kommenden Ratssitzung Ende März sind wir schlauer.

Mehr von Aachener Zeitung