Kommentar zum Hallenbad: Selbst wenn es nichts verändert hätte ...

Kommentar zum Hallenbad : Selbst wenn es nichts verändert hätte ...

Holen wir das Szenario doch mal auf die private Ebene: Sie wollen sich ein neues Haus kaufen und haben sich einige Immobilien ausgesucht, die passen könnten.

Sie gehen zum Sachverständigen – schließlich geht es um eine kapitale Investition –, der eine ausgearbeitete Analyse darüber vor Ihnen ausbreitet, wie es für Sie am günstigsten würde und warum. Und dann heißt es: „Nun haben Sie zehn Minuten Zeit, dann müssen Sie sich entscheiden.“

Ohne Jemandem zu nahe treten zu wollen: Dem würden Sie doch wohl den Vogel zeigen?! Vergleichbar kommt daher, was im Zuge der Ratsentscheidung über ein neues Schwimmbad passiert ist: Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der Gemeindeprüfanstalt NRW über die Varianten bekommen die Fraktionen in der Sitzung vorgetragen und sollen anschließend gleich entscheiden.

Die Beschwerde von Wenigen über dieses Vorgehen inklusive dem Vorschlag, die Abstimmung um vier Wochen zu vertagen, um sich alle verfügbaren Informationen genau ansehen und vielleicht Fragen an die GPA formulieren zu können, fegt die Mehrheit mit ihren Stimmen nonchalant vom Tisch.

Es ist toll, dass Alsdorf das dringend benötigte neue Schwimmbad bekommt, keine Frage. Und die beschlossene Variante mag ja auch die allerbeste sein, für die man sich hätte entscheiden können. Aber insbesondere eine Multimillionen-Euro-Entscheidung über einen Bau für den Bürger, will dieser doch von Menschen getroffen wissen, die möglichst umfassend informiert sind. Nach Untersuchungen zum Zustand des Luisenbads, die weit mehr als ein Jahr gedauert haben, hätten die paar Wochen mehr die Milch auch nicht saurer werden lassen.

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