Schlosserstraße in Alsdorf bleibt nach Maßnahmen gefährliches Nadelöhr

Verkehrssituation Schlosserstraße : Von Entschärfung kann offenbar keine Rede sein

Die Anwohner der Schlosserstraße in Alsdorf sagen, seit dem Mini-Umbau sei es nun noch enger, noch lauter, noch gefährlicher und verlangen ein konsequentes Einschreiten der Politik.

Das war ein Schuss in den Ofen. Zumindest aus Sicht etlicher Anwohner der Schlosserstraße ist der erste Versuch, an der beengten und gefährlichen Verkehrssituation etwas zu verbessern, gescheitert.

Dass könne man nach nur kurzer Zeit mit aufgemalten „Sperrflächenmarkierungen“ (weiß schraffierte Flächen) und zwei festinstallierten Baken gleich an der Kreuzung mit der Straße Auf dem Pütz bereits festhalten. Sagt Rosi Blasius, die in der unmittelbar betroffenen Hausnummer 2 wohnt, in die in der Vergangenheit wiederholt Busse hineingefahren waren, weil sie die Kurve nicht kriegten. Sagen aber zum Beispiel auch Gabi Riehmer aus der Hausnummer 9 und Mehmet Bütüner (Hausnummer 14).

Genervt bis angefressen

Die Maßnahme – inklusive Schildern, die auf den „besonderen Gefahrenpunkt“ aufmerksam machen sollen und einem Verkehrsspiegel, der Busfahrern das Abbiegen erleichtern soll – war in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses beschlossen worden. Die Fahrprobe mit einem Linienbus habe gezeigt, so hatte es in der Beratungsvorlage geheißen, dass durch die Fahrbahnverengung an dieser Stelle keine Verkehrsbehinderung entstehe.

Im tagtäglichen Wahnsinn auf der Straße in direkter Nachbarschaft zur Burg stelle sich das aber genau andersherum dar, erzählen die Anwohner in einer emotionalen Stimmungslage, die offenbar irgendwo zwischen genervt und angefressen liegt. Der Bus komme, ebenso wie die vielen Lastwagen, die die Stelle täglich passieren, zwar an der nun noch engeren Engstelle vorbei, wenn denn frei ist. Allerdings müsste die Kurve enger geschnitten werden als zuvor, was nicht selten dazu führe, dass ein Hinterrad auch mal den Gehweg mitnimmt. Während die Gruppe am Ort des Geschehens von den Zuständen berichtet, muss sie immer wieder ein paar Schritte zur Seite treten, weil Lkw wenige Zentimeter neben dem Bordstein entlangfahren.

Frei ist an der vielbefahrenen Straße allerdings oft nicht, dann kommt es zu kleinen Staus und auch schon mal zu wilden Rangiermanövern. Wartende Fahrzeuge vor der nun noch einmal künstlich verengten Engstelle warten übrigens direkt vor Blasius’ Haustüre. „Wenn ich die Tür aufmache, stehe ich direkt davor.“ Die Motorengeräusche haben an Präsenz seit dem Umbau noch einmal gewonnen.

Die schmalen, abschnittsweise kaum vorhandenen Gehwege und die enge Straße sind aber nicht das einzige Problem, das die Anwohner der Schlosserstraße gerne gelöst sähen. „Von 20 Autofahrern, die hier durchfahren, hält sich vielleicht einer an die erlaubten 30 Stundenkilometer“, sagt Riehmer. „Die fahren wie die Bescheuerten. Wenn hier eine Blitze aufgestellt würde ... mein lieber Mann, die könnten kassieren.“ Die zu hohen Geschwindigkeiten in Verbindung mit den engen Platzverhältnissen seien für Fußgänger, darunter auch Kinder auf dem Weg zur Schule, extrem gefährlich. „Dass hier noch kein Kind angefahren wurde, ist ein Wunder“, findet Riehmer.

Die aktuelle Situation treibt manch einem Anwohner die Zornesröte ins Gesicht. Noch enger, noch gefährlicher, noch lauter sei es seit dem Mini-Umbau auf und an der Straße geworden. Aus Sicht der Anwohner kein sehr ernst gemeinter Versuch, die Lage in ihrem Sinne zu entschärfen. Eine wirkliche Lösung des Problems sähe anders, konsequenter aus. Die Idee, die Schlosser- zur Einbahnstraße zu machen oder für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Fahrzeuggewicht zu sperren, war von der Politik abgelehnt worden mit Verweis darauf, dass es für die Stadtbuslinie AL2 keine Alternativroute gebe.

Wie wirksam die aktuell umgesetzten Maßnahmen in der Schlosserstraße sind und ob weiter Handlungsbedarf besteht, darauf will der Ausschuss ein Auge haben. Ein Zeitraum von zunächst drei Monaten war genannt worden, nach dem der Effekt bewertet werden solle. Für eine Fortsetzung ist also gesorgt.

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