Reaktionen aus der Politik auf den Zustand des Alsdorfer Luisenbads

Schäden besichtigt : Reaktionen aus der Politik auf den Zustand des Alsdorfer Luisenbads

Nachdem über den Zustand des Luisenbads Klarheit herrscht und die Ratsfraktionen von Bürgermeister Alfred Sonders vergangenen Dienstag in Kenntnis gesetzt wurden, gibt es erste Einschätzungen aus der Politik darüber, was mit dem Bad geschehen solle.

Eine Stadt mit 47.000 Einwohnern braucht ein Hallenbad – diese Ansicht ist über Fraktionsgrenzen hinweg offenbar konsensfähig. Allerdings, auch das wurde bei einer Nachfrage bei den Vorsitzenden deutlich, sei es noch zu früh, sich auf eine der drei Alternativen – ersatzlose Schließung des Bades, Kernsanierung oder Neubau –, festzulegen. Eine Grundsatzentscheidung soll die Lokalpolitik voraussichtlich bei einer Ratssitzung kommenden Mai fällen.

„Wir erwarten bis dahin eine Einschätzung der Verwaltung, ob es sich lohnt, das alte Bad zu sanieren oder ob es besser wäre an anderer Stelle ein neues Bad zu bauen“, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Detlef Loosz. Die Sozialdemokraten tendierten jedoch in Richtung Neubau, weil die bisher vorliegenden Analysen vermuten ließen, dass eine Sanierung unwirtschaftlich wird.

Vielleicht ein Freiluftbereich

„Die Besichtigung am Dienstag war beeindruckend“, sagte Franz Brandt, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Er habe den deutlichen Eindruck gewonnen, dass das Bad in einem zu schlechten Zustand sei, um es zu reparieren. Weil die „Alsdorf-ohne-Bad“-Variante aus seiner Sicht nicht infrage komme, bleibe ein Neubau. In diese Richtung gehen erste Überlegungen auch, was Gestaltung und Umfang eines neuen Hallenbads betrifft.

Schäden im Alsdorfer Luisenbad, hier die Schwallwasserleitung.. Foto: Stadt Alsdorf

Natürlich denke man nicht an ein zweites Aquana oder ein Schwimmbad à la Carolus Thermen. Das würde die Stadt finanziell schon überfordern. Dennoch: Vielleicht ließe sich ein Freiluftbereich oder etwas ähnliches als Alleinstellungsmerkmal in der Umgebung umsetzen. Auch die CDU, resümierte Brandt, wolle nun erst einmal weitere Expertenmeinungen abwarten, bevor sie sich endgültig für eine Variante entscheide. „Aber das Ergebnis kann man sich schon denken. Am Ende wird es wahrscheinlich zu einem Neubau keine Alternative geben.“

„Eine Katastrophe“

Die Grünen wollen sich auf ihrer nächsten Fraktionssitzung am kommenden Montag über die Causa Luisenbad unterhalten. Sich auf eine Variante Sanierung oder Neubau zum jetzigen Zeitpunkt festzulegen sei verfrüht, erklärte Grünen-Fraktionsvorsitzender Horst-Dieter Heidenreich. Erst müssten alle Optionen intensiv geprüft werden. Eine dritte Variante stehe jedoch auch für die Grünen nicht zur Debatte. „Unsere Position von vor 20 Jahren bleibt die gleiche: Allein schon wegen des Schulsports und wegen der Vereine braucht Alsdorf ein Schwimmbad.“

Als sehr eindrücklich hat auch Josef Nevelz, Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion, die Besichtigung des Hallenbads am Dienstag erlebt. „Ich hatte es mir nicht so schlimm vorgestellt. Meines Erachtens ist das eine Katastrophe.“ Ein Neubau erscheine ihm nach aktuellem Kenntnisstand als die sinnvollere Variante, bei der man jedoch vor der Entscheidung stehe, ein neues Bad exakt entsprechend des Bedarfs der Stadt planen zu lassen, oder ob man zu einem „Hallenbad von der Stange“ greife. Letzteres sei bestimmt die günstigere Variante, „und Alsdorf ist ja nicht gerade auf Rosen gebettet“, gab Nevelz zu bedenken.

Auf welche Variante die Entscheidung am Ende auch fällt – nun komme es darauf an, auf der einen Seite gründlich zu beraten, sagte SPD-Stadtverbandsvorsitzender Hans-Rainer Steinbusch, und auf der anderen ohne große Verzögerungen eine politische Entscheidung über die Zukunft eines Alsdorfer Hallenbads zu fällen.