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Raser und Ruhestörer sollen raus aus Alsdorfer Annapark

Annapark in Alsdorf : Raser und Ruhestörer sollen rausfliegen

Die Stadt macht sich nach Beratung in der Politik an die Umsetzung diverser Maßnahmen, um den Annapark abends und nachts zu befrieden. Fahrbahnerhöhungen sollen als Hindernis vor allem für tiefergelegte Autos dienen.

Quietschende Reifen, wummernde Bässe, hochdrehende Motoren – was Anwohnern des Annaparks in Abendstunden an den Nerven zerrt, beschäftigt in der Zwischenzeit die Politik. Neben der Geräuschkulisse ist die Sorge um die Sicherheit der Grund, an der aktuellen Situation etwas verändern zu wollen – bevor es bei einem illegalen Autorennen etwa zu einem schweren Unfall kommt.

„Uns geht es darum, den sozialen Frieden und den Anwohnern ihre Ruhe zu bewahren.“ Der Satz von Friedhelm Krämer (SPD), formuliert vor seinen Kollegen im Ausschuss für Stadtentwicklung, fasst zusammen, warum die Stadtverwaltung im Vorfeld damit beauftragt worden war, diverse Möglichkeiten der Befriedung des betroffenen Areals auf Machbarkeit zu überprüfen. Vieles ist möglich, nicht alles aber sinnvoll oder einfach umzusetzen.

Von den in der Politik besprochenen, möglichen Maßnahmen sollen neben Beschilderung und Plateaukissen auch restriktivere Kontrollen umgesetzt werden. Foto: grafik

Schilder: Die aus Sicht der Verwaltung sinnvollste Maßnahme ist es, Verkehrsschilder aufzustellen, die verbieten, den Bereich nachts zu befahren. Zum einen sei das rechtlich unkompliziert. Zum anderen könne man damit rechnen, dass eine Beschilderung zumindest mittelbar Wirkung entfalte. Mittelbar, weil sich „Hobbyrennfahrer“ von einem Verbotsschild sicher nicht direkt beeindrucken lassen. Wer auf öffentlichen Straßen das Gaspedal aufs Bodenblech drückt, der weiß, dass er den Bereich des gesetzlich Erlaubten verlässt – und den stoppen auch entsprechende Verkehrszeichen nicht.

Allerdings ebnet die Beschilderung der Polizei und Mitarbeitern des Ordnungsamts den Weg, gegen Autofahrer, die sich mit ihren Fahrzeugen zu nächtlicher Zeit im Annapark aufhalten, vorzugehen. Ein ähnlich gelagertes Beispiel aus den späten 90er Jahren „Am neuen Markt“ in Mariadorf, wo es ebenfalls Beschwerden über Lärmbelästigungen gegeben habe, stimmt hoffnungsfroh. Dort war die Benutzung des Platzes von 22 bis 6 Uhr durch Schilder verboten worden. Durch eine entsprechend restriktive Überwachung mit Sanktionen, wie sie auch im Annapark erfolgen soll, konnte dort seinerzeit für Ruhe gesorgt werden.

Poller: Die Straßen mit Pollern abzusperren, wie von der SPD in einem Antrag angedacht, verhindere zwar sicher, dass Autos auf den betroffenen Straßen – Steigerweg und Maschinistenweg – unterwegs sind, sei rechtlich jedoch nicht einfach umzusetzen. Weil die Straßen ohne Beschränkungen dem öffentlichen Verkehr gewidmet sind, müsse zunächst ein Teileinziehungsverfahren durchgeführt werden.

Mit Blick auf die Rechtslage einfacher sei hingegen, die Straßen mit umlegbaren Pollern nur zeitweise, hier also in den Nachtstunden, abzusperren. Dies sei allerdings mit einem entsprechend hohen Personalaufwand – Poller abends aus- und morgens wieder einklappen – verbunden.

Plateaukissen: Erhöhungen der Fahrbahn über sogenannte Plateaukissen würden sich dazu eignen, den Verkehr zu entschleunigen und besonders Fahrern von tiefergelegten Autos die Lust verhageln, nachts im Annapark Gas zu geben. „Tiefergelegte Autos würden da wahrscheinlich nur einmal drüberfahren“, mutmaßte Guido Bauer vom Ordnungsamt, der die einzelnen Maßnahmen im Ausschuss erläuterte.

Der nächste Schritt soll nun sein, Verkehrsschilder zu installieren, die Fahrbahn auf Maschinisten – wie Steigerweg mit Plateaukissen zu versehen und die Kontrollen hochzufahren.

Ausschussvorsitzender Heinrich Plum erklärte, möglicherweise werde sich erst im kommenden Jahr, wenn die Temperaturen wieder steigen, zeigen, ob Bässe weiter wummern und Reifen weiter quietschen oder die Maßnahmen Wirkung entfalten.