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Bergbauinformationszentrum bekommt 100.000 Euro: NRW-Stiftung fördert die Sanierung des Alsdorfer Vereins GABI

Bergbauinformationszentrum bekommt 100.000 Euro : NRW-Stiftung fördert die Sanierung des Alsdorfer Vereins GABI

Das Grube Anna Bergbauinformationszentrum (GABI) e.V. bekommt 100.000 Euro aus dem Topf der NRW-Stiftung.

Mit dem Fördergeld soll das Gebäude des Vereins in der Herzogenrather Straße, das während der Zeit des Steinkohlebergbaus als Ledigenheim und Hausmeisterwohnung der Grube Anna diente, saniert werden.

Das Geld wird gut angelegt, soll doch das GABI inhaltlich erweitert werden und als Außenstelle des Museums Energeticon stärker als Ort der Begegnung und Vermittlung der regionalen Bergbaugeschichte dienen. Bislang hat das GABI in dem Gebäude sein Archiv, seine Versammlungsräume und die Vereinsverwaltung sowie die Bibliothek der Bergschule Aachen.

„Hier ist Jahre nichts mehr getan worden. Wir sind froh, dass wir jetzt mit den Sanierungsmaßnahmen beginnen können. Die Fenster, aber vor allem das Dach müssen dringend saniert werden“, sagt Thomas König, der Geschäftsführer des GABI. Das Gebäude wieder auf Vordermann bringen, sei der erste, notwendige Schritt. Weiter erklärt er, dass hier ein starkes Begegnungszentrum entstehen soll, mit Geschichten, die der Steinkohlebergbau in der Region schrieb. Dazu gehören auch die Geschichten der damaligen Gastarbeiterfamilien. Wie kamen sie hierher, wie lebten sie hier und wo sind sie und ihre Nachkommen heute? „Die Menschen, die das GABI nach der Fertigstellung besuchen, sollen im Gebäude das authentische Umfeld der Bergleute wiederfinden“, so König weiter.

Schritt zwei sei dann die Ausgestaltung der Räumlichkeiten, erklärt Hans-Peter Thelen, einer der Vorsitzenden des Vereins. Vor allem für die jüngere Generation soll das Zentrum attraktiv werden. So sehe die Planung neben einem Veranstaltungsraum Räumlichkeiten für Exponate, die Bibliothek und nach Originalen aufgebaute Wohn- und Arbeitsräume der Bergleute vor. Das umfangreiche Archiv aus Büchern, Zeitschriften, Mitteilungen, Fotos und Filmen werde auch in dem Gebäude untergebracht. Geplant sei darüber hinaus, regelmäßige Veranstaltungen für die Öffentlichkeit durchzuführen, um den Besuchern die Identität der damaligen Kumpels näherzubringen.

„Die NRW-Stiftung unterstützt uns finanziell bei der Sanierung des Gebäudes. Weitere Fördergelder für die inhaltliche Ausgestaltung des GABI sind beim Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung beantragt“, sagt Thomas König. „Wir haben es zwar noch nicht schriftlich, aber die Zusage, auch hier Fördergelder zu bekommen, haben wir bereits.“ Das ganze Projekt bekomme damit einen ungeheuren Schub. So hoffe man, im kommenden Frühjahr mit den Arbeiten anfangen zu können. Die Zielsetzung sei sportlich, da bei diesem Vorhaben die Arbeiten öffentlich ausgeschrieben werden müssen, so König. Insgesamt habe man zwei Jahre Sanierungszeit veranschlagt. Ein guter Umstand sei, dass das Gebäude in der Herzogenrather Straße 100 nicht unter Denkmalschutz stehe.

Eine Frage stellt sich natürlich. Wird das GABI dann in Konkurrenz zum Energeticon-Museum stehen? Das Führungstrio des GABI, Thomas König, Hans-Peter Thelen und Hans-Georg Schardt, winkt hier entschlossen ab. Das Gegenteil sei der Fall. Schardt sagt, dass es Bestrebungen gebe, beide Vereine sinnvollerweise zusammenzuführen. Von beiden Seiten gebe es entsprechende Grundsatzbeschlüsse eines gemeinsamen Miteinanders. Auf der einen Seite die Ausstellung im Energeticon mit der damaligen Arbeitsweise der Kumpels und der Technik von der fossilen bis hin zur regenerativen Energiegewinnung und auf der wortwörtlich anderen Seite, gegenüber im GABI, die Behandlung der sozialgeschichtlichen Aspekte des Bergbaus.

Das sieht auch Eckhard Uhlenberg, Präsident der NRW-Stiftung für Naturschutz, Heimat und Kulturpflege ähnlich und begründet entsprechend die Förderentscheidung der Stiftung: „Seit über 35 Jahren leistet der Verein einen wichtigen Beitrag zur Heimatpflege in Alsdorf. Die Verbindung von Bergbauinformationszentrum und Museum ist sinnvoll und schafft einen zentralen Lernort zum Steinkohlebergbau, der die Region über 150 Jahre lang geprägt hat.“

Ein Schritt, der sinnvoll und folgerichtig erscheint. GABI und Energeticon wird die gemeinsame Aufgabe zuteil, nachfolgenden Generationen auch den Gruß der Bergleute zu erklären, der weit über 100 Jahre die Region prägte: „Glückauf!“

1986 wurde der Verein „Bergbaumuseum Wurmrevier“ gegründet, um die Überreste aus dem Leben im Steinkohlebergbau zu sichern und zu bewahren und um die Arbeit- und Alltagskultur dieser Epoche zu dokumentieren.

Im Laufe der Jahre erfolgte eine Umbenennung in „Bergbaumuseum Grube Anna“ und seit 2019 „Grube Anna Bergbauinformationszentrum Grube, Alsdorf (GABI)“. Der Verein hat derzeit 350 Mitglieder.