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Grüne in Alsdorf: Neuer Klimaausschuss und weniger Bürgermeister?

Grüne in Alsdorf : Neuer Klimaausschuss und weniger Bürgermeister?

Die Alsdorfer Grüne-Fraktion plädiert für die Einrichtung eines neuen Gremiums und die Reduzierung der ehrenamtlichen stellvertretenden Bürgermeister.

Die Grüne-Fraktion im Alsdorfer Stadtrat plädiert für die Einrichtung eines neuen „Ausschusses für Klima, Umwelt und Mobilität“ in der kommenden Legislaturperiode. Bislang werden Sachverhalte aus diesem Themenbereich für gewöhnlich im Stadtentwicklungsausschuss beraten.

Dieser sei jedoch „mit seinem jetzigen Aufgabengebiet überfrachtet, gerade Fragen des Klima- und Umweltschutzes sowie die Planung einer umweltgerechten Mobilität kommen zu kurz, weil hier in erster Linie Bebauungs- und Flächennutzungspläne mit bisweilen hunderten Seiten Verwaltungsvorlagen die Tagesordnung dominieren“, erklärte Fraktionschef Horst-Dieter Heidenreich.

In der Vergangenheit habe in Alsdorf bereits ein Umwelt- und Verkehrsausschuss existiert, dessen Sitzungen nicht besonders kurz gewesen seien, weil entsprechende Themen immer schon vorhanden waren. Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung spielten in Zukunft zudem eine immer wichtigere Rolle, dem müsse zusätzlicher Raum in kommunalpolitischen Beratungen eingeräumt werden.

Als Beispiele nennt Heidenreich etwa Anpassungen beim innerstädtischen Grün oder der Regenwasserrückhaltung. Im Ausschuss für Stadtentwicklung sollen nach dem Dafürhalten der Grünen nach der Anpassung nur noch Angelegenheiten des Baurechts und anstehende Baumaßnahmen behandelt werden.

Während die Nachbarkommune Herzogenrath einen ähnlichen Ausschuss bereits habe, sieht Heidenreich die Chancen auf Einrichtung eines „Ausschuss für Klima, Umwelt und Mobilität“ in Alsdorf als durchwachsen an. „Aber wir wollen es auf jeden Fall versuchen.“

Arbeitsaufwand nicht entsprechend

Ein weiterer Änderungswunsch betrifft die Zahl der ehrenamtlichen stellvertretenden Bürgermeister. Während in Herzogenrath die frisch formierte rot-grüne Kooperation die Wiedereinführung eines dritten Bürgermeisterpostens in die Wege geleitet hat, spricht die Grüne-Fraktion sich in Alsdorf für eine Reduzierung von drei auf zwei Vertreter von Bürgermeister Alfred Sonders aus.

Jahrzehntelang sei man in Alsdorf mit zwei ehrenamtlichen Stellvertretern ausgekommen, bevor im Laufe der letzten Wahlperiode aus unverständlichen Gründen und auf SPD-Antrag ein dritter Stellvertreterposten geschaffen worden sei. Heidenreich: „Gerade in der heutigen Zeit einer immer dramatischeren Corona-Pandemie sollte die Stadt zumindest vorerst auf die dritte Stelle verzichten, da repräsentative Anlässe wie Vereinsfeiern, Jubiläumsveranstaltungen und Geburtstagsbesuche derzeit ohnehin kaum noch oder gar nicht stattfinden. Wozu braucht die Stadt dann einen dritten stellvertretenden Bürgermeister?“

Alsdorf habe mit Sonders einen Bürgermeister, der sich auch bei repräsentativen Anlässen besagter Art engagiere. Der aktuelle Arbeitsaufwand rechtfertige drei Stellvertreter einfach nicht. Und selbst wenn einmal Not am Mann sei, könnten Ratsvertreter aus dem entsprechenden Wahlkreis einspringen. Schließlich gibt es aus Sicht der Grünen einen weiteren Vorteil im Falle der Beschränkung auf zwei stellvertretende Bürgermeister: Die finanzielle Aufwandsentschädigung für die „Nummer 3“ könnte man sich dann sparen.