Kinderkunstprojekt des Werkstatt für Kunst und Kultur "Aber Hallo"

Kinderkunstprojekt : Wandmalerei und großes Abschlussfest

Mächtig was los war in den vergangenen Wochen in den beiden Standorten der Werkstatt für Kunst und Kultur „Aber Hallo“ in Alsdorf und Baesweiler.

Den Moment, als der ältere Herr nach vorne ging und das Wort ergriff, wird Alexander Müller-Hermes nicht so schnell vergessen. Sichtlich berührt schilderte der Leiter der Werkstatt für Kunst und Kultur „Aber Hallo“, wie der Mann sich anlässlich des Abschlussfestes des Kinderkunstsommers für die einwöchige Zusammenarbeit mit den Künstlern bedankt habe, sowohl  bei der künstlerischen Leitung als auch bei den jugendlichen Künstlern.

Filmschnitt: Vor einiger Zeit waren ein paar freundliche Herrschaften, die bei „Aber Hallo“ nebenan in einem Wohnkomplex für ältere Menschen wohnen, an ihn herangetreten. „Wir schauen immer auf die Rückwand der alten Turnhalle, und die sieht so trist aus.“ Ob „Aber Hallo“ da nichts tun könne, man habe eine Liste mit 16 Unterschriften gesammelt?

Alexander Müller-Hermes entwarf in Absprache mit dem Gebäudeeigentümer das Jugend-Projekt „Schöne Aussichten“: In einem von zwei Jugendprojekten im Rahmen des Kinderkunstsommers gestalteten Jugendliche unter Anleitung das graue Gemäuer bunt und schrill, banden Historisches rund um die Siedlung Busch genauso ein wie aktuelle Botschaften, die ihnen wichtig sind. Ein Awacs-Flieger kreist über der Landschaft, der ein herzverziertes Friedenstransparent zieht. Darunter die Außenansicht der alten Gaststätte Beckers, der Förderturm, Windräder ...

Auch der Zirkus „Hochhinaus“ kam super an: Die vielen Gäste spendeten reichlich Applaus beim Abschlussfest des Kinderkunstsommers von „Aber Hallo“. Foto: Ute Steinbusch

Den Kinderkunstsommer veranstaltete „Aber Hallo“ zum zehnten Mal. Rund 150 Kinder nahmen an den beiden Standorten Alsdorf und Baesweiler an den Ferienateliers teil, die jeweils eine Woche dauerten. Dabei setzten die Kinder und Jugendlichen verschiedene Kunst- und Medienformen ein, vom Theater über den Film, das Zirkusspiel, die Malerei und andere.

Zwölf Angebote gab es insgesamt für Kinder, zwei für Jugendliche. Letztere fanden unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Kunst und Medien NRW als Veranstalter statt, das NRW-Familienministerium förderte sie.

Jetzt ein echter Hingucker: Das Jugend-Projekt „Schöne Aussichten“ gestaltete die vorher triste Rückwand einer Turnhalle. Foto: Ute Steinbusch

Bei den Kinderprojekten bildete die Klimadebatte einen Themenschwerpunkt, dem drei Projekte gewidmet waren. „Wir hatten dazu auch Wissenschaftler von der RWTH und dem Forschungszentrum Jülich eingeladen und zwei Vertreter von Fridays for future“, erzählt der „Aber-Hallo“-Leiter. „Die Klimadebatte ist natürlich ein ernstes Thema für so ein Ferienprojekt, aber wir wollten nicht ein Thema aussparen, das für die Zukunft der Kinder doch so wichtig ist.“

Für die Nachrichtensendung „Anna News“ besuchte eine Gruppe von Kids die Ausstellung „Erneuerbare Energien“ im Energeticon, auf Einladung des Museums, wie Müller-Hermes hervorhebt.

Zum Abschlussfest, bei dem alle Projekte präsentiert wurden, kamen nicht nur um die 200 Teilnehmer samt Anhang, sondern auch zahlreiche Vertreter der Stadt, worüber sich der „Aber-Hallo“-Leiter sehr freute. Bürgermeister Alfred Sonders durfte die Demo der Tiere bestaunen, die sich frei nach Erich Kästner nicht mehr von Menschenhand ihre Umwelt kaputtmachen lassen wollen. Auch niedlich anzusehen war das Puppentheater „Die kleine Giraffe sucht das Meer“. Weiterhin gab es ein Trommelstück auf der Bühne und im Kino verschiedene Filme zu sehen, die während des Kunstsommers entstanden waren.