Herbert Aretz: Internationale Heimatverbundenheit

Herbert Aretz : Ein Architekt mit Hang zur Malerei

Der 71-Jährige Herbert Aretz kann zweifelsohne als „Spätberufener” bezeichnet werden – dem professionellen Aquarell-Malen kann sich der ausgebildete Architekt erst seit der Rente wirklich widmen.

Über befreundete Künstler bekam Herbert Aretz dereinst Kontakt zum Alsdorfer Schaffrathhaus. Der 71-Jährige kann zweifelsohne als „Spätberufener” bezeichnet werden – dem professionellen Aquarell-Malen kann sich der ausgebildete Architekt erst seit der Rente wirklich widmen. Berufsbedingt hatte Aretz schon früh eine Leidenschaft für Formen, Geometrie und Skizzen entwickelt. Beim Herzogenrather Jochen Jung erlernte er vor gut 14 Jahren das „Aquarellieren” und hatte sogleich seine Lieblingstechnik gefunden. „Ich habe mir immer gewünscht, mich in meinem Ruhestand voll und ganz dem Malen zu verschreiben. In meinen letzten zehn Berufsjahren habe ich mich vorbereiten können”, erklärte der Künstler im Vorfeld. Am morgigen Sonntag gastiert der gebürtige Geilenkirchener nun erstmals im Schaffrathhaus.

Die Verantwortlichen des Ateliers um Ulla Schaffrath-Busch erklärten im Gespräch mit unserer Zeitung, welche Gründe ausschlaggebend waren, damit Aretz in Alsdorf ausstellen kann. Es begann mit einer simplen „Bewerbungsmappe”, die Aretz für das Kuratorium zusammenstellte. Das Team war sich einig: Die Bilder haben eine Seele, die in zahlreichen Facetten zum Beobachter spricht. „Die Motive geben unheimlich viel Leben wieder. Auch der Gebrauch von dunkleren Farbtönen führt nicht automatisch zu einer dunklen Gesamtstimmung”, meint beispielsweise Kiki Bragard.

In den Werken von Aretz finden zwei Hauptkomponenten erheblichen Einfluss. Zum einen folgt das Ehepaar Aretz seit je her einer großen Reise-Leidenschaft – Besuche in Fernost (China, Singapur, Vietnam) gaben dem Künstler viele neue Eindrücke. Zum anderen lässt Aretz seine Karriere als Architekt nicht los, eine gewisse Liebe zur „symmetrischen Skizze” ist unübersehbar.

Industriearchitektur beispielsweise auf Zechengeländen strahle laut Aretz eine besondere Faszination aus. Gemeinsam mit verschiedenen Naturaufnahme aus dem Wurmtal stehen diese Werke für seine Heimatverbundenheit.

Im Kontrast dazu verwendet er aber auch zahlreiche internationale Ansichten, zu denen ihn seine Reisen inspirierten. Ständiger Begleiter des Künstlers ist seine Kamera – eine Fotoaufnahme ist in allen Fällen die Grundlage, auf der er ein neues Werk beginnt. Rückblickend merkt er an, dass „die Metamorphose von der bautechnischen Skizze zum gemalten Werk” einer der schwierigsten Prozesse zu Beginn seiner Künstlerkarriere gewesen sei.

Die Vernissage zur Ausstellung „Farbverläufe” beginnt am Sonntag um 11.30 Uhr, die Einführung wird Dr. Dirk Tölke übernehmen. Der Eintritt ist frei.

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