Fundsachenversteigerung in Alsdorf: Sogar ein Lockenwicklerset ist dabei

Versteigerung von Fundsachen : Sogar ein Lockenwicklerset ist dabei

Wer ein neues Fahrrad sucht, könnte fündig werden. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Versteigerung von Fundsachen in Alsdorf nicht von denen anderer Städte. Fahrräder machen den Löwenanteil der Versteigerungsmasse aus.

Wer es auf exotischere Dinge abgesehen hat, könnte ebenfalls Glück haben, allerdings in engen Grenzen und nur dann, wenn er nach ganz bestimmten Sachen Ausschau hält. Denn das Angebot bei der Versteigerung am Mittwoch, 26. Juni, als üppig zu bezeichnen, wäre übertrieben. Was nicht heißt, dass es hier keine Schnäppchen zu machen gibt.

Gekauft wie gesehen

Vorneweg gleich einmal alles Nötige für jene, die es mit der Schnäppchenjagd auch einmal versuchen wollen: Ab 10 Uhr am Mittwochmorgen geht es los mit der Versteigerung auf dem Mitarbeiterparkplatz am Rathaus, erreichbar über die Otto-Wels-Straße. Rund eine halbe Stunde vorher können Interessenten die Versteigerungsmasse in Augenschein nehmen. Wichtig vor dem Hintergrund, dass die Devise gilt: gekauft wie gesehen.

In dieser Ausgabe sind 17 Fahrräder im Angebot, darunter sogar ein Pedelec. Die Startgebote beginnen auch bei den Fahrrädern ab einem Euro für solche, die reparaturbedürftig sind. Und, auch das gehört zur Wahrheit: Reparaturbedürftig sind viele der Räder, die unter den Hammer kommen. Das Pedelec ist ebenfalls nicht mehr 100 Prozent in Ordnung. Vielleicht hängt es mit der Provenienz der Räder zusammen. Viele waren zuvor nicht selten gestohlen und dann einfach irgendwo abgestellt oder hingeworfen worden. Irgendwann dann landeten sie beim Fundbüro, niemand meldete sich auf der Suche nach seinem verschollenen Drahtesel und so findet der seinen Weg in die Versteigerung.

Neben den Rädern gibt es außerdem Zubehör für den Handwerker, eine Flex etwa und andere Elektrowerkzeuge, eine Tüte Gemischtes mit einem Quirlaufsatz für die Bohrmaschine, Pinseln, Kreppband und weiteren Kleinigkeiten. Vielleicht kann sich am Mittwoch auch jemand für das noch originalverpackte und mutmaßlich unbenutzte Lockenwicklerset begeistern. Ein großer Alsdorfer Supermarkt hatte es im Fundbüro abgegeben, so wie es mit allen gerade von Kunden gekauften Waren geschieht, die von ihnen gleich hinter der Kasse einfach vergessen werden.

Die Versteigerung wird – im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen, die nur alle paar Jahre versteigern – jährlich durchgeführt, wobei nur Dinge unter den Hammer kommen können, die zunächst mindestens ein halbes Jahr erfolglos auf die Abholung durch ihre Besitzer gewartet haben und deren Finder danach keinen Anspruch auf ihr Fundstück erheben. All das sind gesetzliche Vorgaben, die es für die Stadt als Veranstalter der Auktion zu beachten gilt. Den jährlichen Turnus hat man im Rathaus an der Hubertusstraße gewählt, weil der Kellerraum, in dem die Fundsachen gelagert werden, sonst schnell zu klein würde. Jedes Jahr einmal zu versteigern, bedeutet, dem Platzproblem aus dem Weg zu gehen.

Schlüssel und Handys

Seit 2016 betreut Anne Koerner, Mitarbeiterin des Ordnungsamts, die Fundsachenauktion in Alsdorf. An richtig exotische oder aufregende Dinge, die ihr da untergekommen wären, kann sie sich nicht erinnern. Was im Fundbüro vor allem abgegeben werde, seien Schlüssel und Mobiltelefone, die bei der Versteigerung natürlich nicht aufgerufen würden. Beides werde nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungspflicht vernichtet. Die Auktionen haben in der Vergangenheit Summen in der Größenordnung um 500 Euro für die Stadtkasse eingebracht und werden gut besucht: Im vergangenen Jahr waren zwischen 30 und 50 Interessenten gekommen.