"Familienbad Vogelsang" in Solingen Vorbild für Alsdorfer Hallenbad

Solinger Hallenbad als Vorbild : Ein Blick in Alsdorfs neues Hallenbad?

Das „Familienbad Vogelsang“ in Solingen könnte in vielen Punkten als Vorbild für den Neubau in Alsdorf dienen. Größe, Aufteilung und Ausstattung kommen nah an das heran, was man sich in Alsdorf für ein Luisenbad 2.0 vorstellt. Eine Delegation ist ins Bergische Land gereist, um sich einen Eindruck zu verschaffen.

Solingen hat gut 163.000 Einwohner, Alsdorf etwa 47.000. Allein deshalb ist es angesagt, beim Vergleich öffentlicher Einrichtungen beider Städte Vorsicht walten zu lassen. Ein Schwimmbad etwa fiele in der Dimension unterschiedlich aus, da es sich in der Regel direkt an der Zahl der Nutzer in einer Stadt ausrichtet. Dennoch hatte sich eine Delegation aus Alsdorf auf den Weg ins Bergische Land gemacht, um das neue „Familienbad Vogelsang“ in Solingen als Vorbild für den anstehenden Neubau in der Heimat zu begutachten. Und das ist gar nicht so unsinnig, wie es auf den ersten Blick scheinen mag.

Der Knackpunkt ist: Während in einem neuen Hallenbad in Alsdorf nicht nur Freizeitschwimmer ihre Bahnen ziehen sollen, sondern auch Schulschwimmen stattfindet und Sportvereine trainieren werden, teilen sich die Nutzergruppen in Solingen auf zwei Schwimmbäder auf. Größe und Ausstattung des Bades stimmen in etwa – bis auf wenige Ausnahmen – mit der angedachten Ausgestaltung des Pendants für Alsdorf überein.

Es gibt ein 25-Meter-Schwimmerbecken mit fünf Bahnen (Wassertiefe 1,35 bis 2 Meter), ein Lehrschwimmbecken (0,6 bis 1,35 Meter) und ein Kinderbecken (0 bis 0,4 Meter). An das Planschbecken schließt ein sogenannter Spraypark an, in dem unterschiedliche Geräte Wasser verspritzen. Einzig ein Sprungturm fehlt (siehe Box), der sich in Solingen in einem zweiten Hallenbad exklusiv für Schul- und Sportschwimmen befindet.

Das Kinderbecken und im Hintergrund der Spraypark, den man sich in Alsdorf wahrscheinlich sparen wird. Foto: Thomas Vogel

Beim Solinger Bad handelt es sich außerdem um einen Neubau, deshalb versprechen sich Bürgermeister Alfred Sonders, einige Ratsmitglieder und Vertreter aus der Verwaltungsspitze – die Teilnehmer der Forschungsfahrt ins Bergische Land – von den Solinger Kollegen Erhellendes hinsichtlich der Umsetzung des eigenen Projekts zu erfahren. Sie wollen von den noch frischen Erfahrungen vom Neubau des „Familienbads Vogelsang“ profitieren.

Gratulation zur Entscheidung

Liefe es in Alsdorf so, wie es gemäß den Ausführungen von Kirsten Olsen-Buchkremer, Geschäftsführerin der Solinger Bädergesellschaft, in Solingen mit dem Neubau gelaufen ist – damit wäre man im Rathaus an der Hubertusstraße sicher einverstanden. Der Solinger Rat hatte 2016 beschlossen, ein neues Hallenbad zu bauen.

Im Zuge der Planung waren Nutzer und Mitarbeiter des alten Bads mit einbezogen worden. Olsen-Buchkremer und Cornelia Duhr, Betriebsleiterin des Hallenbads, waren in etlichen Beiräten und Bezirksvertretungen gewesen. „Es ist unheimlich wichtig, diese Nutzergruppen mitzunehmen, um nicht falsch zu planen oder nachher für viel Geld etwas ausbessern zu müssen“, empfahl Olsen-Buchkremer. Zur Grundsatzentscheidung zugunsten eines Neubaus gratulierte sie der Alsdorfer Abordnung. Eine Sanierung sei erfahrungsgemäß mit mehr Risiken behaftet.

Mit der Übertragung des Schwimmbadbaus an einen Generalübernehmer (auch in Alsdorf beschlossene Sache) habe man in Solingen insgesamt positive Erfahrungen gemacht, erzählte Olsen-Buchkremer. Baukosten sowie -zeit seien eingehalten worden. Ende März dieses Jahres wurde das „Familienbad Vogelsang“ eingeweiht, rund drei Jahre nach der Entscheidung für den Neubau. Die reine Bauzeit hatte nur 13 Monate betragen. Ein ähnliches Zeitfenster für die Umsetzung peilt man auch in Alsdorf an.

Allerdings nicht zum gleichen Preis. Solingen hat neun Millionen Euro investiert, damit werden die Alsdorfer nicht hinkommen. Die reinen Baukosten werden bislang auf 12 Millionen Euro geschätzt, hinzu kommen die Kosten für Grundstück und Erschließung, denn anders als beim „Familienbad Vogelsang“ soll das neue „Luisenbad“ nicht am Vorgängerstandort entstehen. Über den zukünftigen Standort ist indes noch keine Entscheidung gefällt worden.