Erinnerung an den Bergbau: Alsdorf verlegt Geschichtsplatten

Kunst für Alsdorf : Die Geschichte des Bergbaus auf Gehwegplatten

In Gehwegen eingelassene „Geschichtsplatten“ sollen ab sofort neuen Zugang zur Bergbaugeschichte Alsdorfs bieten. Damit soll ein Stück der langen Bergbautradition lebendig gehalten werden. Diese Zeichen sind Messingmedaillons, die die Kohleflöze unter Tage nachzeichnen.

Die Platten selbst zeigen den Fußabdruck eines Bergarbeiters, der die Richtung des darunterliegenden Stollens aufzeigt, und geben Auskunft über die Tiefe der Sohle, in der die Strecke einmal verlief. Die Startplatte liegt auf dem St.-Brieuc-Platz.

Ein echter Hingucker

„Um Kunst in Herzen/Köpfen zu integrieren, braucht man Inspiration. Die haben wir durch den Kunstverein Alsdorf im Speziellen“, begrüßte Sparkassen-Gebietsdirektor Lothar Müller die Gäste zur Freigabe, Eröffnung und Präsentation des Kunstprojektes „Geschichtsplatten – Auf vergessenen Pfaden“.

Ausgeschrieben hatte den Kunstwettbewerb „Kunst für Alsdorf“ unter oben bereits erwähntem Motto der Kunstverein um Vorsitzende Martina Donner, Projektleiterin Andrea Presl und Ehrenvorsitzenden Josef Zentis mit der Stadt und der Sparkasse als Projektpartner.

Unter Projektleitung von Axel Friedrichs beteiligte sich ein Entwurfsteam von Studierenden des Lehrstuhls für Bildnerisches Gestalten der RWTH Aachen am Wettbewerb. Die Idee für den späteren Siegerentwurf stammte von Christoph Heuer.

Die edlen Messingmedaillons seien echte Hingucker, freute sich Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders (SPD), der zugleich allen Menschen dankte, die sich in irgendeiner Weise engagiert haben. „Sie führen uns und auch nachfolgende Generationen in Alsdorf auf künstlerisch-kreative Art und Weise auf die Spuren des Bergbaus.“ Hiermit „schafft die Kunst eine Verbindung zwischen unseren historischen Wurzeln und heute und schlägt gleichzeitig eine Brücke in die Zukunft“. Denn die meisten jungen Menschen wüssten kaum etwas vom Steinkohle-Bergbau, der die Stadt so lange und nachhaltig prägte und vielen Menschen Lohn und  Brot gab, „ohne den wir heute nicht das wären, was wir heute sind“, so Bürgermeister Sonders. Das anschließende Segensgebet sprach Pfarrer Konrad Dreeßen, ehe alle gemeinsam das „Vaterunser“ beteten.

Alsdorf profitiert

Neben der Startplatte liegen bereits sechs weitere Platten: zwei im Bodelschwinghweg, zwei in der Luisenstraße sowie am Denkmalplatz vor der Stadthalle (Amadeus) und am Denkmalplatz am Skulpturenweg. Insgesamt werden zunächst 25 Platten verlegt.

Die Ausschreibung des Kunstwettbewerbes sei breit ausgelegt gewesen: Malerei, Fotografie, Grafik, Performance, Skulptur Installation oder Video, griff der Verwaltungschef zu guter Letzt noch auf, und die Jury habe tatsächlich die Qual der Wahl gehabt, so dass man sich entschlossen habe, das Kunstwerk der zweiten Preisträgerin Diana Ramaekers am Donnerstag, 12. September, im Energeticon zu installieren. „Alsdorf profitiert also diesmal gleich doppelt.“

(dag)