E2-Jugend Alemannia Mariadorf: Respekt vor älteren Menschen lernen

E2-Jugend von Alemannia Mariadorf : Den Respekt vor älteren Menschen lernen und schätzen

Am Ende durften sich die Kinder der E2-Jugend von Alemannia Mariadorf fühlen wie die Profis. Nachdem man auf dem Rasen unmittelbar zuvor gegen Grün-Weiß Broicher Siedlung knapp verloren hatte, gab es aufmunternden Applaus von den Rängen.

Auf den Ehrenplätzen des Mariadorfer Südparks hatten es sich gut 20 Senioren aus dem benachbarten „Stella Vitalis” bequem gemacht und nahmen die jungen Sportler herzlich in Empfang.

Wie ein Familienausflug

Auf den ersten Blick wirkte es wie ein großer, gemeinsamer Familienausflug, doch waren es nicht die eigenen Großeltern, denen die Kinder zujubelten. Hinter dem generationenverbindenen Moment steckte Herzblut und viel akribische Arbeit. Trainer Alex Kamewe war es, der über seine ehrenamtliche Gemeindearbeit in Aachener einst die Idee hatte, mit seinen E-Junioren einen neuen Weg in puncto sozialem Engagement zu gehen.

Von etwaigen generationsübergreifenden Projekten in Schulen oder Jugendeinrichtungen hatte Kamewe schon häufiger gehört. Sportvereine suchte er in diesem Zusammenhang bislang vergebens. Die Idee reifte bei ihm und seinem Trainerkollegen Numan Durgut. Früh stellten die beiden Ehrenamtler dem Vereinsvorstand ihre Ausarbeitungen vor. Da das Seniorenheim Stella Vitalis in unmittelbarer Nähe zur Sportanlage der Alemannia liegt, wollten man eine engere Verbindung zwischen den „Nachbarn” schaffen. Den Grundgedanken beschreibt Kamewe wie folgt: „Einerseits wollen wir den Senioren zeigen, dass sie nicht vergessen sind. Andererseits sollen auch die Kids die verschiedenen Facetten des Lebens erkennen können und einen respektvollen Umgang mit älteren Menschen erlernen”.

Das Projekt fand brennenden Zuspruch bei der Vereinsführung, die den Ideengebern freie Hand bei der Ausführung ließen. „Zusammen mit Alex und Numan stellen die Kinder fast alles selbst auf die Beine. Wir unterstützen sie, aber die Lorbeeren gehören alleine ihnen. Das Konzept des Vereins spiegelt diese Aktion in wunderbarem Maße wieder”, erklärte Guido Lenz, Erster Vorsitzender der „Land-Alemannia”.

Bereits zu Beginn des Jahres stand der erste Besuch im Seniorenheim an. Die Einrichtungsleitung um Corinna Sinkovec und Lisa Esser waren von der ersten Minute an überzeugt vom Projekterfolg und organisierten den ersten Kontakt der beiden Generationen. Es wurde gemalt, gebastelt, erzählt und gemeinsam gegessen. „Die Aufregung ist jedes Mal sehr groß, die Vorfreude kennt keine Grenzen”, erzählte uns Esser. Die Besuche wurden wiederholt, zuletzt „revanchierten” sich die Senioren mit eben jenem Besuch bei einem Freundschaftsspiel. Nicht zuletzt der DFB höchstpersönlich war schnell auf das ungewöhnliche wie herzergreifende Projekt aufmerksam geworden und schickte ein TV-Team für einen Kurzbericht auf seiner Website (tv.dfb.de).

Kinder brennen für das Projekt

Wer denkt, dass lediglich die Senioren vom Engagement der Acht- bis Elfjährigen profitieren, der irrt laut Kamewe gewaltig. Die Kinder brennen für ihre Sache. Einige haben beispielsweise keine eigenen Großeltern mehr. Der Informationsaustausch und die Horizonterweiterung sei in jedem Falle gewaltig. Nachdem die ersten regelmäßigen Treffen eingeführt worden sind, möchte die ganze Mannschaft weitere Aktionen wie gemeinsame Ausflüge planen. Ob und inwieweit das Projekt bei der Alemannia ausgeweitet wird, können die Verantwortlichen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen.

„Wir möchten allerdings nichts überstürzen, sondern dem Projekt Zeit geben, sich zu entwickeln. Ich denke aber, dass wir andere Jugendmannschaften des Vereins schnell überzeugen könnten”, erläuterte Kamewe.

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