Bus streift wiederholt Haus an Schlosserstraße in Alsdorf

Bewohnerin verlangt von der Stadt Abhilfe : Wenn Nahverkehr einem zu nahe kommt...

Innerhalb von sechs Monaten sind in diesem Jahr zwei Busse im Fenster von Rosi Blasius aus Alsdorf gelandet. Das Problem mit dem Nadelöhr besteht aber schon länger. Verwaltung und Politik suchen nach Lösungen, doch das gestaltet sich schwierig.

Diesmal ist alles gut gegangen. Der Bus, der von der Burgstraße kommend an der Ecke Auf dem Pütz in die Schlosserstraße einbiegt, kriegt im wahrsten Sinne des Wortes die Kurve und bleibt nicht mit dem Spiegel oder anderen Karosserieteilen an dem roten Backsteinhaus Nummer 2 hängen. Rosi Blasius, die in diesem zweitältesten Haus in Alsdorf (Baujahr 1782) wohnt, weiß auch anderes zu berichten, so in einem Gespräch mit unserer Zeitung und jetzt im Stadtentwicklungsausschuss, der sich mit diesem Engpass in Alt-Alsdorf befasst hat.

Denn allein in diesem Jahr ist innerhalb von sechs Monaten zweimal ein Bus im Fenster gelandet. Aber die Vorfälle erstrecken sich über einen längeren Zeitraum. Einmal war das Tor mitsamt Eingangstür des Hauses kaputt und das Regenfallrohr an der Hauswand wurde gekappt, weil sich Autofahrer im Begegnungsverkehr verschätzt hatten.

Fußgänger gefährdet

Gefährlich ist das Nadelöhr zudem für Fußgänger, vor allem für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen. Die Gehstreifen sind viel zu eng.

Ausschussvorsitzender Heinrich Plum (SPD) räumte der zürnenden Betroffenen zum Thema ausgiebig Rederecht ein. Blasius nahm kein Blatt vor den Mund und berichtete authentisch von den Problemen. Die werden allseits anerkannt, allerdings scheint eine Patentlösung nicht in Sicht zu sein.

Von der Stadt Alsdorf vormarkiert: Durch das Aufbringen weißer Streifen nebst Aufstellen von rot-weißen Baken soll der Verkehr „kanalisiert“ und Fußgänger sowie Haus geschützt werden. Foto: Karl Stüber

Hartmut Malecha (Grüne) regte an, diesen Engpass mit in das Verkehrsmodell Alsdorf aufzunehmen und durchzurechnen, ob Entlastung oder gar Neuregelung der Verkehrsströme möglich ist. Erster Beigeordneter Ralf Kahlen gab zu bedenken, dass bei Änderungen jeweils die damit verbundenen Auswirkungen aufs Umfeld zu berücksichtigen seien. So würde eine Umwandlung in eine Einbahnstraße erhebliche Folgen für Dritte haben. „In diesem Falle reden wir von einer großräumigen Planung. Da müsste man den Verkehr rund um die Burg neu denken.“ Außerdem komme eine Einbahnstraßenregelung bzw. die Sperrung der Schlosserstraße für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, wie die Grünen in ihrem Antrag dazu vorgeschlagen hatten, gar nicht in Frage, da diese Straße in beiden Richtungen von der Stadtbuslinie AL 2 befahren werde. Eine Alternativroute stehe nicht zur Verfügung.

Folglich traf das von der betroffenen Bewohnerin geforderte Verlegen der Buslinie bei der Stadt auf keine Gegenliebe. Verkehrsfachmann Georg Felkel sagte, dass damit die Erschließung von Alt-Alsdorf per ÖPNV gefährdet sei. Der Bus verkehre dort seit 1996.

Allerdings ist die Stadt nicht untätig geblieben. Nachdem man sich sachkundig gemacht habe, soll nun zum Schutz von Fußgängern entlang des Hauses Schlosserstraße 2 auf einer Länge von zehn Metern eine „Sperrflächenmarkierung“ (schräg aufgebrachte weiße Streifen) angelegt und durch zwei Absperrbaken blockiert werden. Mit weißen Strichen wurde die Fläche bereits vorab markiert. Wie eine Fahrprobe mit einem Linienbus gezeigt habe, entstehe durch die Fahrbahnverengung an dieser Stelle keine Verkehrsbehinderung.

Zum Schutz der Fußgänger und der Hausfront soll im unmittelbaren Einmündungsbereich Schlosserstraße/Auf dem Pütz eine weitere, aber kleinere Fläche durch Markierungen gesperrt werden. Die Erklärung der Verwaltung für diese Maßnahme lautet: „Hierdurch können die Busfahrer zukünftig bereits vor dem Abbiegevorgang erkennen, ob ihnen Fahrzeuge entgegenkommen, und gegebenenfalls warten.“ Zusätzlich sollen Schilder auf den besonderen Gefahrenpunkt aufmerksam machen. Noch im Oktober soll das realisiert werden.

Beigeordneter Kahlen warb dafür, dann erst einmal zu sehen, was die Änderungen bringen. Ausschussvorsitzender Plum nannte einen Zeitraum von drei Monaten. Außerdem könnten sich ja die Ausschussmitglieder vor Ort ein Bild machen.

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