Annapark: Alsdorf will illegale Autorennen und Lärm stoppen

Annapark : Alsdorf will illegale Autorennen und Lärm stoppen

Randale und illegale Rennen: Die nächtlichen Ausschweifungen im Bereich Annapark in Alsdorf sollen endlich ein Ende haben. Die Polizei wird dazu jetzt das weitläufige Gelände und die dortigen Straßen nachts öfter ins Visier nehmen.

Die Polizei wird den Bereich Annapark in Alsdorf nachts nun öfter ins Visier nehmen, dort verstärkt Streife fahren und sich um Zeitgenossen kümmern, die Randale machen und sogar illegale Rennen austragen. Das kündigte der Erste Beigeordnete der Stadt Alsdorf, Ralf Kahlen, in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses an. Dies sei Ergebnis eines Gesprächs mit dem Aachener Polizeipräsidenten Dirk Weinspach, das Kahlen am Dienstag vergangener Woche im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft von Alsdorfer Ordnungsamt und Polizei geführt habe.

Aber das verstärkte Engagement der uniformierten Ordnungshüter soll nicht die einzige Maßnahme bleiben. Nachdem unsere Zeitung ausgiebig über die nächtlichen Ausschweifungen auf dem weitläufigen Gelände und den Straßen dort berichtet hatte, die Anwohnern den Nerv rauben und die öffentliche Sicherheit beeinträchtigen (Beitrag „Klage über Quietschen, Knallen, Krachen“, Ausgabe vom 14. August), war endlich Bewegung in die Sache gekommen.

Poller bringen es wohl nicht

So hatte die SPD-Fraktion mit ausdrücklichem Bezug auf unsere Berichterstattung am 22. August beantragt, „den Steigerweg nach dem ersten Baufeld, auf dem sich die Augenklinik befindet, in Richtung Maschinistenweg sowie den Maschinistenweg selbst bis zur Einbindung in den Hauerweg und in Richtung Konrad-Adenauer-Allee durch Aufstellen von umklappbaren Pollern abzusperren“, da die Polizei und der Präsenzdienst der Stadt Alsdorf nur bedingt erfolgreich einschreiten könnten. Heißt: Sobald sich Ordnungshüter blicken lassen, ist es still oder verziehen sich die Rabauken. Langfristig setzen die Sozialdemokraten auf weitere Neuansiedlungen und die dadurch verstärkte „soziale Kontrolle“. Aber bis dahin müsse noch mehr geschehen, sagte Detelf Loosz (SPD). Er berichtete, dass nachts sogar „Hütchen“ auf den Straßen aufgestellt werden, um Slalom fahren zu können. Auf dem Adenauerring würden Rennen ausgetragen, weshalb immer wieder Schilder umgefahren werden, wenn die Fahrzeuge vom Weg abkommen. Breitflächig verteilter Glasbruch würde von den nächtlichen Vorgängen zeugen.

Auch die CDU-Fraktion ist „geweckt“ und traf sich mit Anwohnern vor Ort, um sich ausgiebig zu informieren. So berichtete CDU-Ratsmiglied Dirk Schaffrath, zugleich stellvertretender Bürgermeister, von einer Ortsbegehung, welche die CDU vor wenigen Tagen organisiert habe, woran rund 35 Anlieger teilgenommen hätten. Er ist der Ansicht, dass Abpollern schwierig werden dürfte, weil nicht klar sei, wer denn die Poller bedienen soll. Statt abzupollern solle man es doch mal mit einem Parkverbot im Zeitraum von 23 bis 6 Uhr versuchen, um den Ordnungskräften eine Handhabe zum Einschreiten zu geben. Zudem seien Parkplätze vom Kultur- und Bildungszentrum betroffen. Schaffrath habe erfahren, dass sich die illegalen Rennen zwischen den beiden Kreisverkehren am Energeticon und am Busbahnhof abspielen würden. Es sei wichtig, dass die Verwaltung noch mehr Maßnahmen erarbeitet.

Hartmut Malecha (Grüne) schloss sich Schaffrath argumentativ an und wies zusätzlich auf den Problembereich Carl-von-Ossietzky-Straße hin. Dort würden die eigentlich der Verkehrsberuhigung dienenden Fahrbahnverengungen mit hohem Tempo durchfahren. Loosz ruderte etwas zurück: „Ich hänge nicht am Poller. Ich kann mir auch Schwellen auf der Straße vorstellen.“

Zu hören war weitere Kritik am Aufstellen von Pollern. So würde die Mehrfachturnhalle des Gymnasiums bis in den späten Abend hinein von Sporttreibenden genutzt, die mit ihren Fahrzeugen natürlich noch nach Duschen und Umziehen problemlos wegkommen wollten.

An weiteren Maßnahmen gegen nächtlichen Krawall soll nun gearbeitet werden.

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