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Abschied aus dem Alsdorfer Rathaus: Anke Libber hat im Schul- und Sportamt viele Akzente gesetzt

Abschied aus dem Alsdorfer Rathaus : Anke Libber hat im Schul- und Sportamt viele Akzente gesetzt

Anke Libber, die seit dem Jahr 2000 die Leiterin des Schulamtes der Stadt Alsdorf ist, verabschiedet sich in den Ruhestand.

Ohne ein gutes Fingerspitzengefühl geht es nicht. „Die Schulentwicklungsplanung, das Jonglieren mit den Schülerzahlen und die Schaffung der räumlichen Voraussetzungen und Ausstattungen der Schulen war immer eine meiner wesentlichen Aufgaben.“ So sagt es Anke Libber, die seit dem Jahr 2000 die Leiterin des Schulamtes der Stadt Alsdorf ist und während dieser Zeit so manchen Wandel in der Bildungslandschaft auf kommunaler Ebene begleitet hat.

In wenigen Tagen wird sich wieder etwas ändern, denn dann beginnt für die im Juli 66-Jährige der Ruhestand.

Leicht wird ihr der Abschied nicht fallen, das weiß sie schon jetzt.

„Ich bin jeden Tag gerne ins Rathaus gekommen“, sagt sie. Am 1. August 1975 war der Dienstantritt, es begann die Ausbildung der Beamtenlaufbahn im gehobenen Dienst. Nach dieser Ausbildung war Anke Libber sechs Jahre lang im Sozialamt tätig, es folgten Stationen in unterschiedlichen Bereichen der Verwaltung, unter anderem in der Bauverwaltung, im Hauptamt und dem Personalamt.

Als sie dann am 17. April 2000 die Leitung des Schulamtes übernahm, wollte auch ein zartes Pflänzchen zum Wachsen gebracht werden: der Aufbau der Offenen Ganztagsschule im Primarbereich. „Seinerzeit fing man gerade an, über die Möglichkeiten dieser Betreuung zu sprechen.“

Der damalige Erste Beigeordnete Klaus Spille habe gemeinsam mit den Schulleitungen der Alsdorfer Grundschulen das Thema OGS und Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit Weitblick in den Fokus gerückt. 2003 starteten mit den Grundschulen in Ofden und an der Poststraße in Blumenrath die ersten Schulen in Alsdorf ein OGS-Angebot – für gerade einmal 50 Kinder. Heute nimmt an sieben Grundschulstandorten knapp die Hälfte der 1.700 Schülerinnen und Schüler die OGS-Betreuung wahr.

„Dazu musste zunächst auch innerhalb der Elternschaft die Akzeptanz wachsen. Damals hat es innerhalb der Schulkonferenzen einige hitzige Debatten zum Beispiel rund um Elternbeiträge und Verpflegung der Kinder gegeben.“ Und es blieb die Frage, wer das Angebot koordiniert. Hatten zunächst Fördervereine der einzelnen Schulen für Personal und Angebot gesorgt, zeigte sich rasch, dass diese große Aufgabe anders geschultert werden musste, was 2005 zur Gründung des „Alsdorfer Förderkreises für Kinder und Familien“ (Akifa e.V.) führte, der seitdem die Trägerschaft aller OGS-Angebote innehat. „Damit haben wir früh die Betreuung auf die richtige Bahn bringen können!“

Während die OGS wuchs, schrumpften die Hauptschulen. Angesichts sinkender Schülerzahlen musste zunächst 2012 die Gerhart-Hauptmann-Schule in Ost schließen, auch die Europahauptschule lief im Schuljahr 2019/2020 aus. Auch Umzüge von Schulen waren wiederholt ein großes Thema. Angefangen bei den Grundschulen. Hier hat Anke Libber zum Beispiel die Schließung der Standorte in Mitte und in Busch und den Neubau der Grundschule Annapark begleitet. Auch hier habe sie immer wieder positive Erfahrungen mit Eltern gemacht, „die nicht selten auch Verständnis für schwierige Entscheidungen gezeigt haben, wenn die Thematik gut kommuniziert wurde“.

Umzüge waren auch andernorts Thema. Um der Marienschule Realschule einen dritten Zug zu ermöglichen, wechselte die Schule in das ehemalige Gebäude der Europahauptschule an der Pestalozzistraße. Nicht zuletzt war das ein planerischer Kraftakt – und das galt umso mehr für den Neubau der Realschule und des Gymnasiums im Kultur- und Bildungszentrum im Annapark und die logistische Abwicklung. „Es war eine interessante und reizvolle Aufgabe, das alles begleiten zu können“, sagt Anke Libber. Hier wie auch sonst kam es auf gute Absprachen mit den Schulleiterinnen und Schulleitern an.

„Da kann ich allen einfach nur für die gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit danken. Gemeinsam konnten wir vieles für die Schülerinnen und Schüler erreichen!“ An einem Strang zu ziehen, um im Sinne der Kinder das Beste zu erreichen – für diese Bereitschaft dankt sie auch ihren Vorgesetzten und den politischen Entscheidungsträgern. „Der Schulausschuss hat es immer verstanden, die Weichen in wichtigen Bereichen in die richtige Richtung zu setzen“, sagt sie. Und Unterstützung gab es nicht zuletzt in ihrem Amt.

„Ohne meine Kolleginnen und Kollegen hätte das nicht so gut funktioniert“, unterstreicht sie die Mannschaftsleistung des Schul- und Sportamtes. Das galt auch für die Corona-Zeit, in der unter anderem hunderte digitale Endgeräte beschafft werden mussten, um das Distanzlernen während des Lockdowns zu fördern. „Die Bildungslandschaft verändert sich stetig, insbesondere auch hinsichtlich der Digitalisierung“, beschreibt es die Schulamtsleiterin.

„Bald heißt es nach 46 Jahren und zehn Monaten nicht mehr, morgens um sechs Uhr aufzustehen.“ So gerne sie auch im Rathaus tätig gewesen sei, „ich freue mich auch auf weniger Wecker am frühen Morgen und mehr Zuhause“.

(red)