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Alte Scheune in Baesweiler: Heimspiel für Jürgen Beckers

Heimspiel für Jürgen Beckers : Kabarettist brilliert in der Alten Scheune

So muss es sich anfühlen, nach Hause zu kommen. Im Jubiläumsjahr führte es den Kabarettisten Jürgen Beckers alias Jürgen B. Hausmann zum zweiten Mal nach Baesweiler. Das ist eine Station, die zu den wichtigsten in seinen 20 Künstlerjahren zählt.

In der Alten Scheune des Kulturzentrums Baesweiler wurde es rappelvoll, als Beckers und sein Musicus Harald Clahsen auf die Bühne stürmten und den Applaus genossen, bevor überhaupt ein Ton gesagt oder gesungen wurde.

Baesweiler ist ein Sprungbrett seiner Karriere, von dem aus es der gebürtige Mariadorfer schaffte, bis in die kabarettistische Spitze des Rheinlands zu springen. Mit seinem Programm „Jung, wat biste jross jeworden“, räumte der Komödiant natürlich ab. Das Duo gastierte im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur nach Acht“ in der Scheune. Diese Reihe hatte Beckers selbst vor 13 Jahren gemeinsam mit der Stadt ins Leben gerufen und ihr ihr außergewöhnliche Profil verpasst. Jürgen Beckers: „Das hieß ja mal Kultur vor Acht. Weil wir da noch vor acht Zuschauern aufgetreten sind.“

Allererster Auftritt

Vielleicht erinnerte er sich auch noch an einen seiner allerersten Auftritte 1999 im Innenhof der Burg Baesweiler, als er inmitten seines Auftaktprogrammes von einem auf einem Balkon sitzenden Senior unterbrochen wurde. Der rief dem „Hausmann“ damals zu: „Beckers, Du bis esu jeck, dat jeck bist! Ich jeh jetzt schlafen, jute Nacht!“ Mit einer silbernen 20 auf der Brust gab’s natürlich erst mal ein Ständchen für Beckers und seinen musikalischen Leiter Harald Clahsen. „Hoch soll er leben“, intonierte die gesamte Gesellschaft. Beckers dankte mit einem Kompliment an Clahsen, „spielen kann der nit, aber der kann küssen!“

Und dann ging es ab, quer durchs Leben und durch die 20-jährige „Hitgeschichte“ der beiden Künstler, die das komplette Rheinland mittlerweile auch im Karneval erobert haben. Teils ging es  nostalgisch zu, wie es eben zu groß gewordenen Jungen passt. Früher gab es zwei Sorten der Erfrischungen, behauptete Beckers. Die Tücher von 4711 und die Erfrischungsstäbchen in Orange oder Zitrone. „Also mir haben die Stäbchen besser als die Tücher geschmeckt“, zwang der Kabarettist sein Publikum, sich vor Lachen förmlich zu verbiegen.

Nach seiner eigenen Interpretation des Kinderliedes „Hänschen klein“ gesteht er – wie früher auch schon: „Neee, isch hann de Zung in de Futt hängen!“ In den 50ern angekommen, nahm sich Beckers die Generation Elvis Presley vor oder zitierte Oma im besten rheinischen Jargon: „Isch koch misch für zwei Tage!“ Da wäre jeder Kannibale begeistert aufgesprungen. Männergespräche indes werden, dem Trend folgend, immer kürzer und nehmen Bezug aufs Wesentliche. Ein Beispiel: „Wie jeht et Dein‘ Frau“? Antwort: „Is doch scheißejal“. Aber die Frauen können ja auch kontern. Wie jene, die ganz hochnäsig ihrer Freundin erzählt, „mein Mann hat sich selbstständig gemacht. Er hatte letzte Woche sein großes Geschäft.“

Ein vorweihnachtliches Geschenk gab es für die vielen Beckers-Fans schon bei der Verkündung der Programmreihe Kultur nach Acht für 2020. Viermal stellt er sich mit seinem Programm „Special“ vor. Der Vorverkauf startet am Samstag, 16. November, ab 10 Uhr in der Burg Baesweiler.

(mali)