Alsdorfer Weiher: Jecke Flaschenpost nach 3x11 Jahren gefunden

Alsdorfer Weiher : Jecke Flaschenpost nach 3x11 Jahren gefunden

Bootsverleiher Oliver Bergrath hat eine Flaschenpost aus dem Alsdorfer Weiher gefischt. Auf Reisen geschickt wurde sie vor vielen Jahren von jecken Weibern aus Ofden. Was ist aus ihnen geworden?

„Karibik pur am Boots-House am weißen Sandstrand“ verspricht Oliver Bergrath am Alsdorfer Weiher auf seiner Homepage. Der Inhaber der von hier aus in See stechenden Flotte aus Kähnen und Barbeque-Booten hat vor kurzem interessante Flaschenpost bei Reparaturarbeiten am Bootssteg gefunden. Dabei handelt es sich nicht um einen Fluch aus den Tiefen der Karibik oder die Nachricht einer in den unendlichen Weiten des Alsdorfer Meeres in Not geratenen Schiffsbesatzung, der die Grillkohle oder anderer wichtiger Treibstoff ausgegangen ist. Vielmehr ist die Flaschenpost offenbar vor 33 Jahren ins Wasser geworfen worden – von jecken Frauen aus dem nahen Alsdorfer Stadtteil Ofden.

Der Fund ist zwar (noch) keiner kriminaltechnischen Untersuchung unterzogen worden, aber auch der Hobbyentdecker kann zu dem Schluss kommen, dass vieles auf „Echtheit“ hinweist. Beim ummantelnden Glas handelt es sich um eine „Leihflasche Deutscher Brunnen“ klassischer Form. Bergrath tippt auf „Kaiserbrunnen“, was angesichts der Verbreitung der Gefäße leider den Kreis der Verdächtigen nur wenig einengt. Da der Fund aus dem Wasser gezogen wurde, dürften sich darauf nur noch die aktuell beigefügten Fingerabdrücke des Finders und des Berichterstatters nachweisen lassen.

Aufschlussreicher ist der Inhalt, den Bergrath aber noch nicht herausgeholt hat, weil zu befürchten ist, dass das Dokument durch den damit verbundenen Sauerstoffschock unwiederbringlich zu Staub zerfällt. Das Papier ist stark gealtert, die Schrift verblasst, jedoch in großen Teilen auch durch das Glas noch zu entziffern. Geworben wurde mit der Flaschenpost für einen Termin: Mittwoch, 5. Februar 1986.

Der Finder will die Flasche bislang nicht öffnen, da er fürchtet, der Inhalt könnte durch den Sauerstoffschock zu Staub zerfallen. Der Schriftzug „Ofden“ ist aber auch durch das Glas zu entziffern. Foto: Karl Stüber

Genauer Ort und Uhrzeit sind nicht zu erkennen bzw. im grob gerollten Papier verborgen. Da es aber um einen „Karnevalistischen Mütterkaffee mit großer Verlosung“ ging, dürfen als Uhrzeit 11.11 Uhr oder darauf folgende Stunden angenommen werden. In einem gemalten Luftballon prangt die Mitteilung „In Ofden geht’s rund“, woran sich bis heute nichts geändert haben dürfte. Die Phantasie anregend wirkt der Spruch „Die Frauengemeinschaft treibt’s bunt“, womit wohl nicht nur farbenfrohe Klamotten gemeint waren.

Laut Finder Bergrath hat der im Alsdorfer Karneval engagierte und bekannte Toni Klein den ideellen Wert der Flaschenpost erkannt (ein Fund nach 3x11 Jahren ist ein jeckes Jubiläum) und angeregt, das gute Stück in die Sammlung des hiesigen Karnevalsmuseums aufzunehmen.

Aber neben der historischen Bedeutung ist natürlich von großem Interesse, was aus den Mädels von damals, insbesondere der geheimnisvollen Schreiberin der Flaschenpost geworden ist sowie was „frau“ sich bei der Aktion gedacht hat. Bergrath bietet an, dass sich die betreffenden Damen bei ihm melden. Auch erhellende Hinweise sind willkommen. Oliver Bergrath ist unter 0160/4753106 erreichbar.

Sollten sich „Aktivinnen“ von damals finden, so lädt er sie zum Kaffeeplausch in seine Standbar ein, um von damals und heute zu erzählen und natürlich jede Menge „Seefrausgarn“ zu spinnen. Unsere Zeitung wäre natürlich auch vertreten. Vielleicht würde am Ende erneut eine Flasche im Alsdorfer Weiher landen – oder gleich mehr...

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