Alsdorfer Jugendfeuerwehr: Seit 50 Jahren die Basis der Einsatzkräfte

Jugendfeuerwehr Alsdorf : Seit 50 Jahren die Basis der Einsatzkräfte

Helfen, wenn andere in Not sind, die Freizeit opfern, um für den Ernstfall gewappnet zu sein, Kameradschaft zeigen und das jederzeit – ohne Frage ist das Ehrenamt bei der Freiwilligen Feuerwehr viel mehr als ein Hobby.

Das gilt auch schon in der Jugendfeuerwehr. Kinder und Jugendliche von zehn bis 17 Jahren üben und lernen, um mit der Volljährigkeit endlich in der aktiven Wehr zu dienen.

Schon im Jahr 1865 bildeten sich erste Jugendgruppen in Deutschland, vor knapp 50 Jahren feierte die Jugendfeuerwehr in Alsdorf ihre Geburtsstunde. Über die Jahre hat sich viel verändert, die Motivation blieb jedoch gleich und die Vorbereitungen für das Jubiläumsfest am Sonntag (siehe Info-Box) laufen auf Hochtouren.

„Es ist ja die Frage: Geh' ich als Jugendlicher vor die Playstation oder geh' ich raus und mach etwas?", bringt es Andre Pagen auf den Punkt. Der Stadtjugendwart ist nicht nur Koordinator für die Übungen der Jugendlichen, sondern auch Ansprechpartner für Fragen aller Art. Das kann mal rein fachlich sein, manchmal freuen sich die Nachwuchskräfte aber auch, mit ihm über private Themen reden zu können.

Teamarbeit und Kameradschaft – das steht für ihn im Mittelpunkt. „Die innere Verpflichtung zum Ehrenamt ist leider über die Jahre abhanden gekommen. Die letzten Jahre wurde aber viel Werbung gemacht und wir sind wieder auf einem sehr guten Weg, in Alsdorf und auch generell", so Pagen, der nach seinem Gesellenbrief sein Hobby zum Beruf machte. „Es macht einfach mega Spaß, mit den Jugendlichen zu arbeiten, die zeigen ein riesiges Engagement."

Auch für Wehrleiter Markus Dohms hat die Jugendfeuerwehr eine besondere Bedeutung: „Das ist unsere Basis, die zunehmend wichtig wird, denn es wird immer schwieriger, Ehrenamtler zu gewinnen. Das ist ein wichtiges Standbein und wir sind bestrebt, viel zu investieren."

Für die Jugend sind die erwachsenen Kräfte nicht nur Kameraden, sondern auch Vorbilder, betonen Dohms und Pagen einhellig. Den Kindern und Jugendlichen werden bereits viele wichtige Lektionen für ihre spätere Laufbahn vermittelt. Schläuche richtig rollen, Gefahrensituationen einschätzen, Rollen verteilen, Personensuche, technisches Verständnis – die Liste an theoretischen und praktischen Übungen ist lang. Dazu sollen auch Tugenden wie Sauberkeit und Ordnung vermittelt werden.

Damit der Spaß nie verloren geht, stehen ebenso gemeinsame Zeltlager oder Ausflüge immer mit auf dem Plan. „Es ist einfach wichtig, dass die Kinder etwas machen und nicht zu Hause rumsitzen", bekräftigt Pagen. Bei der Jugendfeuerwehr eigentlich keinem Mitglied an Ehrgeiz. Im Gegenteil: Manchmal muss Pagen sogar eine kleine Pause verordnen, wenn die Zeit bei der Feuerwehr wichtiger wird als die Schule.

Dohms, der 2001 von der Feuerwehr im Forschungszentrum Jülich nach Alsdorf kam und 2019 die Leitung übernahm, ist mächtig stolz auf den Nachwuchs in seiner Stadt. Er steht auch immer noch in Kontakt mit Manfred Thelen, der am 3. November 1969 Gründungsmitglied der 16-köpfigen Jugendfeuerwehr war, die aus der 1947 gegründeten Jugendgruppe für 17-Jährige entstand. Thelen wurde später stellvertretender Wehrleiter und steht mustergültig für eine Karriere in der Feuerwehr. Schon damals traten die Jugendlichen bei den so genannten Leistungsspangen an. Dort konnten die jungen Feuerwehrmänner und -frauen ihre Fähigkeiten vergleichen und sich die beliebten Auszeichnungen verdienen.

Für Enrico Schiffer und Angelina Alvarez-Fiedler ist das selbstverständlich. Die beiden Jugendlichen kamen – wie in vielen Fällen – durch ihre Familie zur Feuerwehr und brennen schon auf ihren Übergang in die „erwachsenen" Löschzüge. Mit zehn Jahren ging es für Enrico in die Feuerwehr in seinem damaligen Wohnort Neukirchen-Vluyn, wo auch Bruder, Onkel und Opa aktiv waren. „Mein Traumberuf ist die Feuerwehr", ist der 15-Jährige sich sicher, der bereits zwei Wochen in einem Praktikum die Wache näher kennenlernte und der besonders stolz auf die Kameradschaft ist.

Ähnlich geht es der 17-jährigen Angelina, die sich bereits auf ihre Beförderung zum 18. Geburtstag freut. Durch Bruder und Schwester kam sie 2012 zur Jugendfeuerwehr. Erst mal will sie aber als Freiwillige bei der Wehr bleiben – Schule und Ausbildung gehen vor, auch wenn es ihr viel Spaß macht zuzugucken und von den Profis zu lernen.

Auf Nachwuchs wie diesen können nicht nur Dohms und Pagen, sondern die gesamte Alsdorfer Wehr mächtig stolz sein. Die Jugendfeuerwehr kann ihre Jubiläumsfeier jedenfalls ohne Sorgen begehen - über weitere frische Kräfte würden sich die Beiden jedoch sicher nicht beschweren.