Alsdorf: Straßenbau-Reparaturprogramm für die kommenden 10 Jahre

Straßenbau-Reparaturprogramm : Ein Paket für die kommenden zehn Jahre

Vor wenigen Wochen erst war in Alsdorf angekündigt worden, knapp eine halbe Million Euro über Sofortmaßnahmen in gefährlich beschädigte Straßen zu stecken, um die drängendsten Zustandsprobleme zu beheben. Der Blick im Rathaus richtet sich mit einem neuen Straßenbau-Reparaturprogramm nun weiter in die Zukunft.

Darin ist festgehalten, welche Straßen in welcher Reihenfolge in den kommenden zehn Jahren repariert, saniert oder zum ersten Mal erschlossen werden sollen.

Denis Kruse, Bauingenieur für Verkehrswesen, ist bei der Stadt mit der Aufgabe betraut, den Zustand der Gemeinde- und öffentlich zugänglichen Privatstraßen zu erfassen. Den Daten der Stadtverwaltung zufolge gibt es 580 von ihnen auf Alsdorfer Stadtgebiet mit einer Gesamtlänge von etwa 190 Kilometern. Sie alle ist Kruse abgegangen, um Daten wie Rissbildungen, Schlaglöcher, Senken und andere Beschädigungen zu erfassen und sie in eine Straßendatenbank einzupflegen. Das geschah zwischen dem 1. Februar 2015 und dem 31. Dezember 2017 zum ersten Mal.

Benotung von 1 bis 8

Auf Basis des auf diese Weise entstandenen Straßenzustandskatasters, in dem für jede Straße am Ende eine Benotung zwischen 1 (sehr guter Zustand) und 8 (sehr schlechter Zustand) ermittelt wurde, hat die Verwaltung das Straßenbau-Rreparaturprogramm aufgelegt. Eine Rolle bei der Priorisierung hat zudem die verkehrstechnische Bedeutung der Strecken gespielt. In dem Programm enthalten sind Straßen im Erstausbau, wie Feld- oder Falterstraße, die zwischen dem laufenden Jahr und 2022 angefasst werden sollen. 90 Prozent der Kosten für solche Straßen im Erstausbau werden auf die Anlieger umgelegt, 10 Prozent trägt die Stadt. Auch Straßenbaumaßnahmen, für die Anlieger nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) anteilig zur Kasse gebeten werden, stehen weiterhin auf dem Plan.

100 Straßen seit 2009 saniert

Jüngste KAG-Maßnahme in Alsdorf ist der Mühlenweg, der sich nach Angaben der Stadtverwaltung gerade in der Abrechnung befindet. Die Anlieger hatten zuvor bereits ihr Scherflein entrichten müssen, nachdem sie Vorauszahlungsbescheide aus dem Rathaus erhalten hatten. Sie beruhen auf Kostenschätzungen. Stellt sich nach der Abrechnung heraus, dass die Kosten von der ursprünglichen Schätzung abweichen, wird erstattet oder zur Nachzahlung aufgefordert.

Die Ersterschließung der Hoengener Feldstraße (oben) soll 2019/2020 erfolgen, und zwar auf dem Stück Falterstraße bis Allg. Weg 10134. Foto: Thomas Vogel

Die öffentliche Diskussion in NRW um das Kommunalabgabengesetz hat auch auf das Alsdorfer Straßenbau-Reparaturprogramm Auswirkungen. So wäre die Jakobstraße eigentlich sehr bald mit einer Sanierung an der Reihe gewesen, und zwar als KAG-Maßnahme. Als Reaktion auf die Unsicherheit, wie es mit dem Gesetz weitergeht, ist sie auf der Liste nun aber nach hinten gewandert.

Die erste Straße, die laut Plan auf einem Teilstück für rund 140.000 Euro saniert wird, ist die Theodor-Seipp-Straße. Eine Vollsperrung der vielbefahrenen Straße nach Ofden hinein will man im Rathaus auf das Nötigste – wenige Tage – beschränken. Zumindest eine Fahrbahnseite soll demnach in der Hauptsache befahrbar bleiben. Das sei bereits in der Ausschreibung der Maßnahme so festgehalten worden.

Zwischen 180.000 und 200.000 Euro will die Stadt pro Jahr für die Oberflächensanierung von Straßen ausgeben. Mehr wäre wünschenswert, allerdings, erklärt Bürgermeister Alfred Sonders: „Wir haben bei Straßensanierungen das Problem, dass das Portemonnaie zu knapp ist. Und wenn das Geld weg ist, ist es weg. Dann können wir nichts mehr machen.“ Seit 2009 seien über 100 Straßen im Stadtgebiet großflächig saniert worden. Neben der Sanierung dürfe man aber auch die Kosten für Notreparaturen nicht vergessen. Ein gutes Drittel des Budgets des Eigenbetriebs Technische Dienste werde in Sofortmaßnahmen im Bereich Straßenreparaturen gesteckt.

Die Zustandserfassung der Alsdorfer Straßen ist mit der ersten Datenerhebung nicht erledigt. Es handle sich um einen kontinuierlichen Prozess, der im Turnus von vier Jahren wiederholt werden soll. Die nächste Runde läuft seit dem 1. Januar und wird voraussichtlich mit Ablauf des Jahres 2021 abgeschlossen. Erkenntnisse, die mit den Ergebnissen gewonnen werden, sollen in das Straßenbau-Reparaturprogramm einfließen.

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