Alsdorf: Richtfest für neue Kita fünf Monate nach Baustart

Kita auf Kurs : Richtfest fünf Monate nach Baustart

Der Kita-Neubau auf dem ehemaligen Sportplatz-Gelände von Rot-Weiß Alsdorf, gleich neben der Herzogenrather Straße, ist regendicht. Das Richtfest war nun gleichzeitig Beleg dafür, dass sich die Wohnungsbaugesellschaft Alsdorf mbH mit dem Projekt auf Kurs befindet.

Ab Dezember sollen in dem Gebäude, das im Grundriss der Kita Florianstraße nachempfunden ist, 120 bis 130 Kinder in sechs Gruppen unterkommen. Die Stadt steckt in den Neubau rund 2,3 Millionen Euro, von denen knapp 860.000 Euro von Bund und Land kommen. Ein Anteil, den Bürgermeister Alfred Sonders nicht ohne Kritik stehen ließ.

Die Einrichtung wird die 21. Kita Alsdorfs, sie bietet Platz für 96 Kinder über drei Jahre und 24 Kinder unter drei Jahre. Damit erhöht sich die Zahl in der Stadt insgesamt auf 1301 Ü3- und 294 U3-Plätze. Auf dem 3800 Quadratmeter großen Grundstück, wo sich zuvor Vereinsheim und Sportplatz von Rot-Weiß Alsdorf befunden haben, ist nun eine Fläche von 5700 Kubikmeter umbaut, rund 1000 Quadratmeter Nutzfläche stehen zur Verfügung, wie der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, Dieter Sandlöbes, darlegte. Geheizt wird mit Geothermie.

Nach dem Rückbau von Sportplatz und Vereinsheim und der Verlegung einer Reihe von Garagen sind neben dem Platz für die Kita auch drei Wohnbaugrundstücke für Mehrfamilienhäuser entstanden. Zur Herzogenrather Straße hin wurde eine 160 Meter lange Erschließungsstraße gebaut, inklusive einem Kiss-and-ride-Platz vor der Einrichtung. In den kommenden Jahren brauche Alsdorf zehn weitere Kitagruppen, die etwa in zwei Kitas mit je fünf Gruppen umgesetzt werden könnten, erklärte Bürgermeister Sonders. Das sei mit Blick auf nötige kommunalpolitische Beschlüsse bereits festgezurrt.

Mehr Unterstützung von Bund und Land

Für die Stadt bedeute dies eine gehörige finanzielle Kraftanstrengung, für die Sonders mehr Unterstützung von Bund und Land forderte. Wer die Musik bestellt, der zahlt sie auch. Und wer Kindergartenplätze für alle verspreche, der müsse auch dafür die Rechnung tragen. „Mit der neuen Kibiz-Reform (Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern, d. Red.) wird es auch nicht besser.“ Für die Gemeinden werde es eher schlimmer, sie würden wieder einmal mit einem Großteil der Kosten sitzen gelassen.

Der Bau bietet Platz für sechs Gruppen, die Räume liegen um einen zentralen Flur herum angeordnet, der auch als Versammlungsraum dienen soll. Foto: Thomas Vogel

Zu einem Problem entwickle sich zudem, dass sich kirchliche Organisationen zunehmend aus der Trägerschaft von Kitas verabschiedeten oder Zuschüsse von 100 Prozent oder lieber noch 110 Prozent erwarteten. Deshalb gehe die Stadt immer häufiger dazu über, die Trägerschaft selbst zu übernehmen. So ist es nun auch bei der neuen Kita auf dem ehemaligen Gelände von Rot-Weiß Alsdorf.

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