Aachen/Alsdorf: Nach dem Einbruch das Wohnzimmer abgefackelt

Vor Aachener Landgericht : Nach dem Einbruch das Wohnzimmer abgefackelt

Die beiden Angeklagten hatten es auf die Habseligkeiten des Nachbarn abgesehen und sollen am Ende sogar noch das Wohnzimmer ihres Opfers abgefackelt haben, man wollte eben alle Spuren verwischen.

So schildert es jedenfalls die Anklageschrift, die C. (23) und ein weiterer Mittäter, der erst 19-jährige G., am Dienstag vor der 6. Großen Jugendkammer am Aachener Landgericht vorgelesen bekamen.

In den Hauptpunkten gestand der Ältere der beiden, der Hauptangeklagte C., den Wohnungseinbruch auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Tobias Hellenbroich. Doch der dreiste Einbruch bei dem Nachbarn in der Alsdorfer Schlosserstraße, der sich zum Tatzeitpunkt, es war der Abend des 29. Oktober 2018, nichtsahnend im Mallorca-Urlaub befand, zerfiel in zwei Teile. Beim ersten Bruch, die Türe der Wohnung wurde „mit einem Schraubenzieher“ aufgehebelt, wie der Angeklagte schilderte, suchte man nach diversen Stangen Zigaretten, die von der Brüsseler Nato-Basis stammen sollen.

G. raffte die Beute mit einem weiteren Helfer, er ist gesondert angeklagt, zusammen und ging nach Hause. Nicht weit, es war ja nebenan. Erst gegen Mitternacht, so der Angeklagte am Dienstag in seinem Geständnis, telefonierte er nochmals mit seinem Kumpel, verabredete sich mit ihm spät nachts in Alsdorf, sie gingen erneut in die Wohnung, um noch mehr Beute herauszuschaffen. Dabei stahlen die drei Einbrecher besagte Zigaretten im Wert von 1000 Euro, dazu kamen eine Playstation und ein großer Fernseher sowie andere Wertgegenstände.

Richter Hellenbroich wies bereits zu Beginn nachdrücklich auf den strafmildernden Wert eines Geständnisses hin. Denn C. hatte bislang nicht gestanden, am Ende auch die Couch im Wohnzimmer angezündet zu haben. Ein Delikt, das als schwere Brandstiftung in der Anklage steht. Bei anderen Straftaten zuvor habe es, so Hellenbroich, immer wieder Brände gegeben, die sich die Mittäter gegenseitig in die Schuhe schoben, so dass letztlich keiner haften musste.

Das wolle er, stellte der Vorsitzende deutlich klar, dieses Mal nicht durchgehen lassen. Das Verfahren wird am 25. März fortgesetzt.

(wos)
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