150 Jahre Schützenbruderschaft St. Jakobus Warden

150-jähriges Jubiläum : Jakobus-Schützen lassen es in Warden „so richtig krachen“

Sonntag, in den späten Nachmittagsstunden: In der „Kaiserallee“, der Wardener Jakobstraße, sammeln sich die Menschen. Die, die neugierig auf den Festumzug warten und die Menschen, die ihn gestalten. Beide Gruppen sind voller Erwartung. Denn gleich wird hier ein Umzug starten, der alles bisherige toppen wird.

Fast 20 Einheiten haben die Schützen um ihren Brudermeister und Schützenkaiser Alfred Hollenbrock aktiviert. Gleich werden sie gemeinsam mit dem Königspaar Schützenkönigin Angela Leisten, begleitet von ihrem MannFrank und dem Ehrenkönigspaar Frank Dieck und Ehefrau Simone sowie dem Schülerprinzenpaar Simon Esser und Begleiterin Jusitine Moll die Spitze eines imposant anzusehenden Freudenmarsches bilden.

Der Blick zum Himmel, der tiefgrau ist, bleibt dabei aus. Sie murren nicht. Weder Schützen, noch Publikum. Auch wenn man sich gerade an diesem Tage des 150-jährigen Bestehens der St.-Jakobus-Schützenbruderschaft 1869 Alsdorf-Warden sicherlich andere äußere Bedingungen gewünscht hätte. Aber life is life, oder abgewandelt, Warden ist eben Warden. So sind sie. Gelassen, optimistisch, heimatverbunden und ansteckend nett.

Vorweg der heimliche „General“ und „Mr.  Bruderschaft“, Robert Pelzer. Geradezu ehrfürchtig nehmen die jungen und auch die alten im Vorstand seine Tipps und Anregungen an, bis man mit mächtigem „Trara“ und fröhlicher Musik loszieht und durch die Strassen des Dorfes das Bild einer glücklichen Gemeinschaft abgibt.

Vom Vorabend, als man die „Gala“ begeistert gefeiert hatte, ist man weit entfernt. „Das war schon ein Highlight“, strahlt Schützen-Geschäftsführer Michael Zenner gemeinsam mit Hauptkassierer Uwe Leinesser. Als man ehrte, noch einmal die Leistungen von Ehrenbrudermeister Robert Pelzer würdigte, der fast ein halbes Jahrhundert die Geschichte der Bruderschaft nun mitgestaltet und man eine weltoffene Sängerin Anna Maria Zimmermann, ihren Kollegen und ebenso populären Norman Langen und das Schlagerduo Silvi und Ralf feierte.

Gemeinsam mit dem Festausschuss, geführt von Friedhelm Krämer, Schirmherr und Bürgermeister Alfred Sonders war dabei und viele, viele Ehrengäste trugen sich in die Liste der Gratulanten ein. „Ich weiß, dass Ihr es in diesen Tagen richtig krachen lasst“, bewies Schirmherr Sonders ein gutes Gespür für das, was die Wardener feierlich zu leisten in der Lage sind. „Warden und seine starken Vereine stehen für mich für einen lebendigen Stadtteil, für funktionierende dörfliche Strukturen, für Zusammenhalt, eine gute Tradition“, sagte Bürgermeister Alfred Sonders.

Etwas besinnlicher ging es dabei am Sonntagmorgen zu. Pater Gerd Blick („Ich war schon in vielen Zelten, aber so einen schönen Altar habe ich noch nie gesehen“, leitete das Hochamt im Festzelt, dass vom Kirchenchor (Leitung Heinz Dickmeis) feinstimmig mitgestaltet wurde und dem sich die Ehrungen der Inaktiven anschloss.

Viel Zeit zum Durchatmen blieb nicht. Festzug und  Majestätenball, bei dem die Wardener Allstars glänzten, waren ja auch noch zu absolvieren.

Bis am darauffolgenden Tag die große Stunde für Klompenkönig Franz Peter Erberich eingeleitet wurde. Er, auch „der Sportler“ genannt, die Schützen und die Einwohnerschaft machten sich zum Klompenumzug auf, um anschließend im Zelt einen rauschenden Ballunter dem Motto „50 Jahre und kein Ende in Sicht“ zu feiern.

Im Rahmen des Klompenballs wählte die Schützen ihren neuen Klompenkönig. Es ist der Geschäftsführer des Fußballklubs Eintracht Warden, Peter Blagnies. Er wird in die Annalen der Schützen unter dem Titel „Peter, der Fußballer“ eingehen.

Nochmals legten Klompenträger und Gäste ihren großen Trumpf aus, Lebensfreude pur. Aber auch karitativ wurde die Bruderschaft sehr aktiv. Per Verkauf von Stickern sammelte man für krebskranke Kinder an allen Kirmestagen.

(mali)