Alsdorf: Alsdorf will ab Januar alle Gebühren senken

Alsdorf: Alsdorf will ab Januar alle Gebühren senken

In Alsdorf sollen im kommenden Jahr Müll-, Abwasser- und Straßenreinigungsgebühren sinken. Die entsprechende Vorlage ist im Betriebsausschuss für den Eigenbetrieb Technische Dienste der Stadt Alsdorf (ETD) diskutiert und mit zwei Enthaltungen der CDU im Unterpunkt „Entwässerungsgebühren“ verabschiedet worden. Nun muss der Rat über den Entwurf befinden.

In allen Betriebszweigen des ETD sind die Defizite ausgeglichen und die Entsorgungs- und Reinigungskosten gesunken. „Das habe ich in den vergangenen zehn Jahren auch noch nicht erlebt“, sagt Stephan Maaßen, Leiter des ETD. Die Bürger können mit etwas mehr als einer Million Euro entlastet werden. Das begrüßten alle Fraktionen im Ausschuss.

Irritationen kamen allerdings auf, weil man bislang angenommen hatte, ausschließlich beim Abwasser 900.000 Euro einsparen zu können. Nun sind es aber in dieser Rubrik rund 300.000 Euro weniger, zusammen mit den anderen Betriebszweigen (Müll, Straßenreinigung und Winterdienst) aber unter dem Strich rund 100.000 Euro mehr. Die Verwaltung erklärte dies mit einem Missverständnis in der vorherigen Vorlage.

Dass beim Abwasser am meisten gespart werden kann, liegt laut Maaßen in der Natur der Sache: Dies sei die Sparte mit den höchsten Kosten. Kleinere Schwankungen fielen dort also finanziell stärker ins Gewicht.

Die Gebühren können nun in den jeweiligen Bereichen proportional zu den Einsparungen gesenkt werden. Vereinfacht ausgedrückt: Ein großes Guthaben in der Sparte Abwasser kann nicht auf ein vergleichsweise geringeres Guthaben bei der Müllentsorgung draufgeschlagen werden. Es wird also immer nur im „geschlossenen Haushalt“ gerechnet — eine Einsparung wird in der jeweiligen Sparte 1:1 an den Bürger weitergegeben.

Und so sieht das in Zahlen aus: Bislang belief sich die Schmutzwassergebühr auf 3,64 Euro pro Kubikmeter, künftig sollen es 3,45 Euro/m3 sein. Niederschlagswasser: statt 1,31 Euro/m3 ab dem kommenden Jahr 1,23 Euro/m3.

Bei den Kosten für den Winterdienst profitieren die Bürger von den beiden vergangenen, im Vergleich zu 2010/11 recht milden Wintern. Damals waren die Gebühren erhöht worden, nun ist das Defizit ausgeglichen und die Gebühren können wieder gesenkt werden. Bei Hauptverkehrsstraßen und stark frequentierten Plätzen wie dem Denkmalplatz sollen künftig statt 2,84 Euro pro Meter 2,50 Euro/m berechnet werden, auf Nebenstraßen sollen 2,06 statt 2,34 Euro/m anfallen. Die normale Straßenreinigung wird laut Vorlage um 26 Cent auf 1,42 Euro pro Meter gesenkt.

Bei den Müllgebühren soll die 80-Liter-Tonne ab dem kommenden Jahr nicht mehr 146,76 Euro jährlich, sondern 133,92 Euro kosten. Bei einem 1100-Liter-Container macht die Differenz rund 160 Euro aus.

Für diesen Bereich gilt ebenso wie für den Winterdienst: Langfristprognosen sind so gut wie unmöglich. Im Abfallbereich beeinflussen beispielsweise Unwägbarkeiten wie die Menge des anfallenden wilden Mülls die Gebührenhöhe. Die Kosten alleine dafür sind mit 600.000 Euro pro Jahr veranschlagt. „Billiger wäre es für den Bürger, wenn er seinen (Sperr-)Müll ordnungsgemäß entsorgen würde und das Einsammeln nicht auf die Allgemeinheit umgelegt werden müsste“, so Maaßen.