Alsdorf: Alsdorf setzt auf die IGA 2017

Alsdorf: Alsdorf setzt auf die IGA 2017

Gespannt warten Verwaltung und Politik in Alsdorf auf den Tag der Entscheidung: Am 11. Oktober, zum Ende der Bundesgartenschau in Schwerin, wird verkündet, ob die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) 2017 in Berlin-Tempelhof oder in der Region Aachen stattfindet.

Von der IGA soll und will die ehemalige Bergbaustadt profitieren. Der Niederländer Henk Vos, bekannt als Geschäftsführer der Euregionale 2008 und nun Projektkoordinator der IGA 2017, verbreitete im Ausschuss für Stadtentwicklung Optimismus.

Er sieht bei der IGA-Kommission, die unlängst die Region bereiste, gute Vorzeichen. Während der konkurrierende Bewerber in Berlin-Tempelhof zum klassischen Konzept einer Gartenbauausstellung tendiere, sei das grenzüberschreitende Konzept der Aachener (Städte-)Region internationaler und konsequenter als Impuls für eine positive Entwicklung der teilnehmenden Kommunen ausgerichtet.

Bei Investitionen in Höhe von 200 Millionen Euro rechnet er mit einem wirtschaftlichen Impuls in Höhe von rund 350 Millionen Euro.

Alsdorf sei mit dem Energeticon-Konzept auf dem Annagelände, das auf sehr gute Weise erkläre, wie die Energiewende weg vom fossilen Bereich hin zu neuen Energien gelingen könne, und gemeinsam mit Baesweiler mit der Gestaltung der Haldenlandschaft sehr gut aufgestellt.

Vos sagte: „Es ist wichtig, dies einem großen Publikum zeigen zu können.” Seine kleinste Sorge gelte der Besucherfrage. Angesichts des Dreiländerecks und eines Einzugsbereichs mit rund 30 Millionen Einwohnern, sieht er sehr gute Chancen, im Rahmen der IGA viele Menschen auch für Alsdorf interessieren zu können.

Zwischen Ostern und Herbst 2017 - sollte der Zuschlag für die Region erfolgen - erwartet das Projektteam zwischen 1,8 und 2,1 Millionen Besucher. Nur teilweise spülten diese auf Grund von Ticketverkauf Geld in die Kassen der Städteregion, da ein großer Teil der einzubeziehenden Fläche offene Parklandschaft sei.

Allerdings gehe es auch um die Kaufkraft, die damit einhergehe. Zwischen 7 und 15 Millionen Euro (außer Aachen) müssten Partner in der Region als Eigenleistung aufbringen, sagte Henk Vos.

Technischer Dezernent Harald Richter sagte, die Stadt sehe gute Chancen, mit der „Energielandschaft Anna” bzw. dem Energeticon im Rahmen des Gesamtkonzepts IGA 2017 bestehen und vom dadurch ausgelösten Aufmerksamkeitsgrad profitieren zu können.

Die Finanzierung sei per Grundsatzbeschluss des Rates und durch die Haushaltsplanung grundsätzlich selbst in schwierigen Zeiten gesichert. Hierzu spreche die Verwaltung mit der Bezirksregierung.

Richter fand angesichts des Förderschwerpunktes Aachen auch mahnende Worte: „Wir sollten Ja zu dem Konzept mit dem Zentrum Aachen sagen, allerdings muss der Satellit Alsdorf sehen, dass bei der Verteilung der finanziellen Lasten ein gerechter Schlüssel gefunden wird.”

IGA-Projektkoordinator Henk Vos skizzierte die weiteren Schritte, sollte - wie gehofft - im Herbst der Zuschlag für die Region erfolgen: Was derzeit vor dem Zuschlag noch recht offen erscheinen muss, soll nach dem „go” in 2010 und 2011 im Rahmen einer Projektqualifizierung konkret gefasst werden. Natürlich werde man sich konsequent um Fördermittel aus diversen Töpfen bemühen.