Alsdorf: Ordnungsamt greift bald strikter durch

Alsdorf: Tierschutz und Vandalismus: Ordnungsamt greift bald strikter durch

Einige Probleme hatten sich in den vergangenen Jahren in Alsdorf gehäuft, derer das Ordnungsamt nicht Herr werden konnte. Ganz oben auf der Liste stand da das Belagern von Spielplätzen und das Hinterlassen von zum Teil zertrümmerten Glasflaschen, Resten von Drogenkonsum und anderem Müll.

„Bislang konnten wir nur einen Platzverweis aussprechen, darüber haben die Jugendlichen nur gelacht“, so die Erfahrung von Frank Dohms, stellvertretender Ordnungsamtsleiter und Einsatzleiter des Präsenzdiensts. Bei stark alkoholisierten Minderjährigen habe man maximal die Eltern verständigen können, die dann ihre Kinder unverzüglich am Spielplatz abzuholen hatten.

Ab Januar gelten nun strengere Regeln: Wer sich hier unerlaubt aufhält, unter anderem trinkt, Feuer anzündet oder raucht, begeht nun eine Ordnungswidrigkeit. Gleiches gilt auch für Schulhöfe.

Ebenfalls ein Dorn im Auge war und ist dem Ordnungsamt organisiertes Betteln mit Hundewelpen. „Die sind oft apathisch, so dass gleich auch das Veterinäramt mit im Boot ist“, berichtet Dohms. „Uns geht es nicht darum, die Bettler zu vertreiben, die seit eh und je ihren Hund dabei haben, sondern um die Fälle, wo der Tierschutz greift.“

Dieser Punkt der neuen Verordnung war bei der Verabschiedung durch den Rat auch von der Politik kritisiert worden. Horst-Dieter Heidenreich (Grüne), der den Katalog in Teilen „unausgegoren und überzogen“ fand, wies darauf hin, dass viele Obdachlose zu ihrem eigenen Schutz einen Hund mitführten — was dann auch richtiggestellt wurde. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Detlef Loosz urteilte dagegen: „Endlich werden die Dinge geregelt, die schon lange hätten geregelt werden müssen.“

Dazu gehören aus Sicht des Ordnungsamts, das sich am Rande bemerkt die entsprechenden Paragrafen aus Nachbarkommunen und aus einer Vorlage des Städte- und Gemeindebundes abgeguckt hatte, auch Wildpinkeln, Liegenlassen von Hundekot, Entsorgen des Hausmülls in öffentlichen Abfallbehältern oder wildes Plakatieren. Also alles, was die öffentliche Ordnung stört, den Menschen im Stadtbild unangenehm aufstößt. Und: Was keine spezifischen Alsdorfer Probleme sind. „Den Paragrafen zu den Spielplätzen haben wir allerdings besonders ausgebaut, weil das eines der größten Probleme ist“, sagt Dohms.

Was bedeutet die neue Verordnung für die Vandalen, Verschmutzer und Verunstalter? „Verwarngelder können sich auf fünf bis 55 Euro belaufen. Also eine weggeworfene Cola-Dose würde sich natürlich eher im unteren Bereich bewegen“, erläutert Dohms. „Bei Bußgeldern ist eine Höchstsumme von 1000 Euro möglich.“ In der Frage, was nun mit einem Verwarngeld und was mit einem Bußgeld in welcher Höhe geahndet wird, entscheiden zum Teil auch recht pragmatische Gründe. „Bei einem Bettler können wir wegen der fehlenden Anschrift kein Bußgeld zustellen“, erläutert der stellvertretende Ordnungsamtsleiter. Da würde man eher auf das Geld zurückgreifen, das der Betreffende mit sich führe.

Die Frage, die sich bei verschärften Regeln immer stellt, ist die der konsequenten Ahndung. Und dabei kommt auch unweigerlich die personelle Ausstattung zum Tragen. Diese wurde für den Präsenzdienst bereits im Juni dieses Jahres um drei Stellen erhöht. „An zwei Tagen die Woche sind wir neun Stunden unterwegs, ab mittwochs bis einschließlich sonntags pro Tag je 17 Stunden in unterschiedlichen Schichten“, so Dohms. Neun Mitarbeiter zählt der Präsenzdienst, einer sitzt „nur“ im Tagesdienst, um beispielsweise Ermittlungen durchzuführen.

13 Mitarbeiter tragen insgesamt beim Ordnungsamt Uniform, so dass im Bedarfsfall — etwa bei Großveranstaltungen — auch in größerem Umfang aufgetreten werden kann.

Laut Dohms sind die Resonanzen aus der Bevölkerung positiv, längst würden er und seine Kollegen nicht mehr aufs Knöllchenverteilen reduziert. Was die Personalaufstockung bereits deutlich bewirkt habe, sei das Beachten der Anleinpflicht von Hunden und das Mitführen von Kot-Tütchen. „Jedenfalls sind in letzter Zeit weniger Meldungen bei uns deswegen eingegangen.“

Die Wahrscheinlichkeiten, bei den Gängen auf Hundebesitzer zu treffen, sei recht hoch, so dass die häufige Ansprache tatsächlich einen Effekt gehabt haben könnte. „Auch beim Falschparken vor Schulen und Kitas liegen uns inzwischen deutlich weniger Beschwerden vor“, sagt Dohms. Das sei „seine“ und die einer Kollegin Runde ab 7 Uhr morgens. Nach dem Zufallsprinzip würden Schulen und Kitas jeden Morgen angefahren und Eltern, die ihre Kinder „am liebsten bis ins Klassenzimmer fahren“, an die geltenden Verkehrsregeln erinnert. „Überall ist einer von euch, ich traue mich schon gar nicht mehr, irgendwo falsch zu parken“, habe ihm mal ein Bürger gesagt, erzählt Dohms.

Ein schönes Kompliment für seine und die Arbeit seiner Kollegen, findet er.