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Kohlscheid: Als Manager auch in der Krise bewährt

Kohlscheid : Als Manager auch in der Krise bewährt

Der Strukturwandel in der Region Aachen-Heinsberg ist nach den Stilllegungen der Bergbaubetriebe Emil-Mayrisch in Aldenhoven (1992) und Sophia-Jacoba in Hückelhoven (1997) auf einem guten Weg.

Maßgeblich zu dieser positiven Entwicklung beigetragen hat Günter Meyhöfer, langjähriger Vorstandsvorsitzender des Eschweiler Bergwerks-Vereins (EBV).

Im Jahr 1968 kam Günter Meyhöfer von der damals in Bochum ansässigen Bergbau AG Lothringen als Finanzdirektor zur EBV-Hauptverwaltung nach Kohlscheid. Ende der siebziger Jahre wurde er in den Vorstand und 1985 zum Vorsitzenden berufen. Diese Aufgabe nahm er bis 1997 wahr.

In dieser Position war Günter Meyhöfer vor allem als Krisenmanager gefragt. Er war gerade ein halbes Jahr im Amt, als ein schwerer Wetterschlag auf der EBV-Schachtanlage „Westfalen” von einem Moment auf den anderen die Existenz des EBV gefährdete.

Fünfjährige Übergangszeit

Als gut zwei Jahre später, im Dezember 1987, in der Bonner Kohlerunde das Aus für die Zechen des EBV im Aachener Revier beschlossen wurde, war es nicht zuletzt auf Günter Meyhöfers Verhandlungsgeschick - und auf seine guten Kontakte in die Politik, wie auch zu den Gewerkschaften - zurückzuführen, dass eine fünfjährige Übergangszeit zwischen dem Stilllegungsbeschluss und seiner Vollziehung vereinbart werden konnte.

Dies war eine wichtige Voraussetzung für die sozialverträgliche Gestaltung der Beendigung der EBV-Bergbauaktivitäten. Zugleich wurde die Zeit genutzt, einen neuen Beteiligungsbereich jenseits der Kohle aufzubauen. Das wurde anderenorts anerkennend als das „Aachener Modell” bezeichnet.

1989 erhielt Günter Meyhöfer Generalvollmacht für die Essener RAG. 1991 wurde er zusätzlich als Vorsitzender der Geschäftsführung der Sophia-Jacoba GmbH in Hückelhoven bestellt.

Günter Meyhöfer, Träger hoher Auszeichnungen, wird am Freitag, 5. November, 75 Jahre alt.