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Baesweiler: Alemannia-Fieber in der Alten Scheune

Baesweiler : Alemannia-Fieber in der Alten Scheune

Eric Meijer schafft es immer. Der schlagfertige Niederländer und frühere Alemannia-Stürmer punktet nicht nur mit Toren beim Publikum. In Baesweilers Kulturzentrum warb der 38-Jährige im feinen Einreiher fürs neue Stadion.

Denn das kostet viel Geld und dafür müssen Anleihen verkauft werden. Meijer meistert es.

Ausverkauftes Haus

„Das wird ein unglaubliches Projekt. Das können sich die Leute in Köln und in Gladbach noch gar nicht vorstellen.” Bei einer derartigen Aussage stehen die Aachener Fans natürlich auf und jubeln, als habe Meijer gerade das 2:1 gegen Bayern München geköpft. Der smarte Erik gehörte zu einer illustren Alemannen-Runde, die Redakteur Robert Esser im Kulturzentrum an einen Tisch brachte. „Ausverkauft” durfte Burg-Bistro-Betreiber Willi Köhnen vermelden, denn in der Scheune drängelten sich die Fans.

Mit einem Einspieler, der das neue Stadion in der Soers in einer Animation darstellte, wurden die Schwarz-Gelb-Anhänger aufgewärmt. Als dann Robert Esser den Cheftrainer Jürgen Seeberger, Geschäftsführer Frithjof Kraemer, Meijer und (etwas später) Torwart Thorsten Stuckmann auf die Bühne rief, war Stadion-Atmosphäre in Baesweiler zu verspüren.

Bürgermeister Willi Linkens, seinerzeit Ideengeber des Treffens, hatte noch ein bisschen Öl ins Feuer gegossen. Der bekennende Fußball-Fan eröffnete mit dem Wunsch, „zur übernächsten Saison ist der neue Tivoli fertig und Alemannia wieder erstklassig”. Das hieße, der letztjährige Tabellensiebte schließt die anstehende Spielzeit mindestens mit dem zweiten Rang ab.

Mit dem Kader zufrieden

Trainer Jürgen Seeberger mochte sich nicht festlegen. „Die Zielsetzung besprechen wir intern”, sieht der Coach „acht Mannschaften, die für den Spitzenkampf in Frage kommen”. Mit Blick auf Neuverpflichtungen und Gesamtkader fragte Robert Esser den Coach: „Ist das die Mannschaft, die Sie sich gewünscht haben?” Der Chef formulierte klar: „Ich bin sehr zufrieden.”

Dass man in den Sportpark Soers „Leben hineinbekommen wird”, steht für Geschäftsführer Kraemer („Die Anleihe ist ein wichtiger Teil”) fest. An den finanziellen Voraussetzungen arbeitet der Klub mit Hochdruck. Bis zum 31. August können noch Anleihen gezogen werden, die insgesamt fünf Millionen Euro bringen müssen. „Ich bin sicher, wir schaffen das”, sprang Erik Meijer regelrecht ins Publikum, um weitere Zertifikate in Baesweiler los zu werden.

Vom alten Tivoli will sich die Mannschaft „in aller Ehre verabschieden”, kündigte Torhüter Thorsten Stuckmann eine Saison an, in der es für ihn um die Vertragsverlängerung geht. „Über Ziele spreche ich noch nicht. Wir sind gerade in einem Findungsprozess.”

Die von Musik der Band „Fahrerflucht” bereicherte Talkrunde sah im zweiten Abschnitt Fragen der Fans vor. Und die hakten vor allem bei Jürgen Seeberger nach, wollten das pikante Thema „Alexander Klitzpera” diskutieren. Der aufs Abstellgleis geschobene Spieler ist unter den Fans nach wie vor eine feste Größe. Jürgen Seeberger räumte ein, „dass auch von meiner Seite nicht alles optimal gelaufen ist”, es gehe in erster Linie aber um die sportliche Beurteilung, „die nichts mit dem Menschen Klitzpera zu tun hat”.

Möglicherweise taucht „Klitze” ja doch am 23. Juli im Baesweiler Sportpark im erweiterten Kader auf. An dem Tag treffen die Aachener freundschaftlich auf den Erstligisten Bayer Leverkusen (19 Uhr). Das Spiel wurde vom Kreisligisten Concordia Oidtweiler, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, in den Nordkreis geholt. Auf Concorden-Seite gab es unterdessen in der Burg bereits vor dem Anstoß eine große Gewinnerin: Concordia-Mitarbeiterin Anne Pletz hatte die 500 Sitzplatzkarten ruckzuck verkauft. Sie beruhigte die Fans aber. „Es wird genügend Stehplatzkarten geben”.