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Baesweiler: Alemannen bringen viel Zeit mit nach Baesweiler

Baesweiler : Alemannen bringen viel Zeit mit nach Baesweiler

Sie haben ihn noch lieb, den Erik - ja, einige Fans wollten den ehemaligen Stürmerstar bei der Talkrunde in der Burg gar zum neuen Stadionsprecher machen.

Doch da gab sich der Publikumsliebling, sonst nie um einen Spruch verlegen, ganz bescheiden: „Nee, der Robert Moonen ist schon Weltklasse. Das trau´ ich mir nicht zu!”

Auch zeitraubende Ämter wie Co-Trainer will der Niederländer nicht mehr ausüben, schon wegen der Familie: „Meine Frau hab´ ich damals nur noch im Pyjama gesehen. Das ist zwar ein schöner Anblick, aber ein bisschen mehr Zeit schadet nicht!”

Zeit für die Talkrunde im Baesweiler Aktivurlaub blieb aber. Vier Vertreter hatte Aachens Alemannia entsandt. Moderiert von AZ-Redakteur Robert Esser stellten sich zudem Trainer Jürgen Seeberger, Geschäftsführer Frithjof Kraemer und Stammtorwart Thorsten Stuckmann den Fragen der Baesweiler Fans.

Im Mittelpunkt stand ein Thema: Die - aus Sicht manch eines Fans unrühmliche - Aussortierung von Ex-Abwehrchef Alexander Klitzpera. Trainer Seeberger unterstrich, dass Entscheidungen der sportlichen Leitung Bestand hätten. Er habe Respekt vor dem, was der Abwehrspieler in der Vergangenheit geleistet habe.

Auch sein Einsatz sei stets vorbildlich gewesen, doch „ich hatte die Möglichkeit, mir sportlich ein Bild zu machen und muss darauf achten, was für die Mannschaft das Beste ist, ohne auf einzelne Personen zu schauen. Das ist keine Entscheidung, die den Menschen Klitzpera angreifen soll, sondern eine rein sportliche Überlegung.” Der Abwehrspieler wisse zudem, dass man ihm bei einem Vereinswechsel keine Steine in den Weg legen würde. Ungeahnte Talente offenbarte Publikumsliebling Meijer.

Wortgewandt pries der Niederländer die Tivoli-Anleihen an, die noch bis Ende August zu haben sind: „Es gibt gutes Geld dafür, und man tut der Alemannia was Gutes. Es gibt eigentlich keinen Grund, die Anleihe nicht zu kaufen.” Obwohl er in der Burg durchaus Interessenten fand, muss der Verkauf noch weiter angekurbelt werden: Bisher wurden Anleihen für etwa zwei Millionen Euro ausgegeben. Wird das Ziel von fünf Millionen nicht erreicht, wird es „nicht lustig”, wie der Ex-Stürmer meinte.

Eines ist klar: Der „Tivoli wird” auf jeden Fall, wie es ja die Werbe-T-Shirts verheißen. Wenn es nach Frithjof Kraemer geht, „wird” auch die Stimmung: „Wir haben früh den Kontakt zu den Fans gesucht. Wir wollten wissen, was die Anhänger haben möchten. Hellmichs Entwurf kam dem am meisten entgegen.” Optimistisch zeigte sich Kraemer auch, dass man die höherpreisigen Business-Seats und Logen vermieten kann: „Wir haben Studien vornehmen lassen und sind zuversichtlich, dass dieses Angebot genutzt wird.” Wichtig wäre das für die Alemannia.

Ob auf dem neuen Tivoli wohl erstklassig gespielt wird? Moderator Robert Esser bemühte sich redlich, doch ein klares Bekenntnis dazu konnte er den Akteuren nicht entlocken. Torwart Stuckmann gab sich bescheiden: „Mein Vertrag läuft aus, ich will mich vor allem ordentlich präsentieren, um überhaupt im neuen Stadion mit dabei zu sein.”

Die neue Mannschaft, so meinte Stuckmann, müsse sich erstmal finden, dann könne man weiter sehen. Auch der Alemannen-Trainer wollte sich nicht konkret äußern: „Die Zielsetzung machen wir intern.” Vielleicht auch ein Stück Selbstschutz, denn Alemannia wäre nicht die erste Mannschaft, die an übertriebener Erwartung scheitert.

Lob fand Seeberger für seine sieben Neuzugänge: „Ich freue mich jeden Tag darauf, Lewis Holtby im Training zu erleben.” Einen echten Dauerläufer habe man mit Timo Achenbach verpflichtet, auch die anderen Neuen fanden seine Anerkennung. „Hinzu kommt noch Dede Vukovic, den man eigentlich als Neuzugang zählen muss.” Deutschsprachig seien die Neuen durchweg - ein Punkt, auf den Seeberger geachtet hat, damit es mit der Kommunikation klappt. Spekulationen um weitere Neuzugänge erteilte er eine Absage: „Wir sind zu.”

Den Umstand, dass man direkt zu Saisonbeginn zu den Absteigern Nürnberg und Rostock reisen muss, sieht der Trainer eher als Vorteil: „Die Nürnberger sind für mich zwar Favorit, doch bei den zahlreichen Neuzugängen muss diese Mannschaft sich erstmal finden.”

Viele Autogramme

Nach über anderthalb Stunden war die Talkrunde vorbei, für die vier jedoch noch lange kein Grund, abzureisen. Viel Zeit nahmen sie sich noch, um mit Fans ins Gespräch zu kommen und Autogramme zu schreiben. Für viele eine tolle Gelegenheit - wann kann man sonst schon mit dem Trainer über die Aufstellung diskutieren? In Baesweiler hätte niemand was dagegen, wenn die Talkrunde im Aktivurlaub zur Dauerinstitution würde.