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Nordkreis: Aktion Biotonne läuft im Nordkreis an

Nordkreis : Aktion Biotonne läuft im Nordkreis an

Würselen Bürgermeister Arno Nelles war gleich der erste Gast, der das Beratungsangebot am Infostand entgegennahm. Seit gestern läuft die „Aktion Biotonne Deutschland“ auch im Nordkreis, die Kommunen Baesweiler, Herzogenrath und Würselen beteiligen sich.

Das Projekt soll die Bürger weiter für das „System Biotonne“ sensibilisieren, Unklarheiten beseitigen und so auch langfristig für eine Optimierung der Qualität von angelieferten Bioabfällen Sorgen.

„Scherben im Salat“ - das Schlagwort, dass Abfallberaterin Nicoll Parthey (AWA) zusammen mit der städtischen Vertreterin Gina Dreßler (Auszubildene) verwenden, um auf die groben Fehler bei der Trennung von Biomüll hinzuweisen, hat es in sich: Für Sortier- und Sieb-Maschinen der Awa-Kompostierungsanlagen ist Altglas im Bioabfall das schlimmste, was passieren kann. Die Scherben und Splitter können nur mit größter Mühe getrennt werden. Was bleibt, ist das Risiko, dass etwas vergessen wird.

In Kooperation mit der Rewe-Handelgruppe hat der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) das Projekt initiiert. Auf städteregionaler Ebene konnten die AWA Entsorgungs-GmbH, das Entsorgungsunternehmen Regioentsorgung AÖR sowie drei Nordkreis-Kommunen gewonnen werden.

Für die Besucher des ersten Infostandes auf dem Würselener Morlaixplatz, der noch heute und morgen bestehen bleibt, gibt es nicht nur „graue Theorie“. Mit „Fühlboxen“ kann „richtiger“ Biomüll von Fremdabfällen unterschieden werden. Ein Quiz testet das eigene Wissen zur Mülltrennung und für den heimischen Balkon gibt es kostenlos Kompost-proben aus regionaler Erzeugung.

Auch der Bürgermeister zeigte sich überrascht, wie viel man beim Bioabfall falsch machen kann. Der bekennende Hundeliebhaber wusste natürlich, dass Hinterlassenschaften der Vierbeiner in den Restmüll gehören. Zeitungspapier sollte beispielsweise nur in geringen Mengen zugeführt werden.

Als „Saugmaterial“ gegen übermäßige Feuchtigkeit eignet es sich sehr gut. Auch Bananenschalen können entgegen kursierender Gerüchte problemlos entsorgt werden. Allerdings zersetzt sich dieses organische Material weitaus langsamer als andere Obstschalen.

Auch Zigarettenstummel und Asche gehören ausschließlich in den Restmüll. Der verbleibende Nikotingehalt in ausgedrückten Zigaretten würde sonst ungefiltert in den Kompost gelangen. Das veraltete Image der Biotonne als „Schmuddelbehälter“ ist den Entsorgungsexperten der AWA schon lange ein Dorn im Auge.

Gerade die hohen Temperaturen begünstigen zwar unangenehme Phänomene wie Maden, jedoch kann diesen mit einfachen Tricks entgegen gewirkt werden.

Der Infstand gastiert bis zum Ende des Monats ebenfalls auch auf den Markplätzen Herzogenraths. Darüber hinaus werden auch in den sechs beteiligten Rewe-Märkten Informationen ausgegeben. An den Ständen erhalten Interessierte außerdem eine biologisch abbaubare Papiertüte zum Vorsortieren des Mülls. Diese Tüten werden fortan auch in den Rewe-Märkten vertrieben.

Regina Brück, Leiterin der AWA-Abfallberatung, freut sich, dass beim Projekt auf kommunaler Ebene alle Beteiligten Unternehmen „Hand in Hand“ arbeiten: Wenn die Leute wissen, wofür man man etwas macht, ist die Motivation zu trennen deutlich höher.