Herzogenrath: Aixtron steht vor einer Zukunft mit vielen Fragezeichen

Herzogenrath : Aixtron steht vor einer Zukunft mit vielen Fragezeichen

Der Herzogenrather Spezialmaschinenbauer Axitron sucht nach der geplatzten Übernahme durch ein chinesisches Unternehmen nach neuen Optionen. Wegen hoher Investitionen in Forschung und Entwicklung rechnet das Unternehmen 2017 mit einem höheren Verlust, teile Aixtron am Donnerstag mit.

Dabei werde vor allem nach Möglichkeiten gesucht, die hohen Vorlaufkosten für die Investitionen besser stemmen zu können. Ziel sei es, das Unternehmen mit einem Geldgeber und/oder Partner wieder profitabel zu machen und 2018 ein positives Betriebsergebnis zu erzielen. Man prüfe Joint Ventures und andere Möglichkeiten.

Aixtron stellt Maschinen für die Chipindustrie her und steckt in der Krise. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen seine Verluste im Nettoergebnis um rund 18 Prozent auf 24 Millionen Euro reduziert. In diesem Jahr könnte der Fehlbetrag aber wieder steigen. Dabei rechnet Aixtron mit Einschnitten beim Auftragseingang. Im vergangenen Jahr waren die Bestellungen noch um 35 Prozent auf 225 Millionen Euro geklettert.

Bei einem minimal gesunkenen Umsatz von rund 196,5 Millionen Euro schrieb Aixtron 2016 einen Betriebsverlust (Ebit) von 21,4 Millionen Euro. Im Vorjahr stand ein Minus von 26,7 Millionen Euro zu Buche. Operativ, also vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, betrug der Verlust 7,9 Millionen Euro. Damit hat sich die Ertragslage seit 2012 in jedem Jahr verbessert. Der Auftragseingang legte um 35 Prozent auf 225,1 Millionen Euro zu, der Auftragsbestand um 82 Prozent auf 78,1 Millionen Euro.

Eine genaue Prognose für das laufende Jahr wagte Aixtron-Chef Martin Goetzeler nicht. Er verlässt das Unternehmen nach der gescheiterten Übernahme durch den chinesische Investor Fujian Grand Chip Investment zum Monatsende. Ein Nachfolger steht noch nicht fest, der bisherige Aufsichtsratschef Kim Schindelhauer übernimmt interimsmäßig.

Der genaue Weg zur Kostensenkung vor allem bei Forschung und Entwicklung ist noch nicht klar.Auch die Auswirkungen der nach dem geplatzten Deal neu ausgerichteten Unternehmsstrategie sind noch nicht konkret zu benennen. Aixtron steht also vor einer ungewissen Zukunft mit vielen Fragezeichen.

(hjd/dpa)