Herzogenrath: Ahlert stellt Werke beim „Forum für Kunst und Kultur“ aus

Herzogenrath: Ahlert stellt Werke beim „Forum für Kunst und Kultur“ aus

Nicht selten stecken in Menschen Talente, von denen keiner weiß — außer vielleicht ein paar Eingeweihte. Hans-Dieter Ahlert zum Beispiel war Jahre lang als studierter Bau-Ingenieur Leiter der Unteren Wasserbehörde und des städtischen Umweltamtes. Künstler war er freilich auch immer, neben seinem Brotberuf, den er auf dringliches Anraten seiner Eltern ergriffen hatte.

Als Künstler hat er ein reiches Werk geschaffen. Einen Ausschnitt daraus, einen relativ aktuellen, ist bis zum 3. Juli im „Forum für Kunst und Kultur“ im Erdgeschoss des Kulturbahnhofs zu sehen.

„Abstrakte Landschaften“: Das ist sind die ersten Stichwörter, die sich angesichts der über zwei Räume verteilten Werke Ahlerts aus den zurückliegenden „drei bis fünf Jahren“ (so die Auskunft des Künstlers) aufdrängen. Zum einen gibt es in Grattage-Technik entstandene Bilder, bei denen übereinander liegende Schichten von Ölmalerei mit einer Klinge abgetragen werden.

Diese Werke finden sich im zentralen, von einer gusseisernen Säule in der Mitte bestimmten Raum. Im anderen Saal finden sich Materialbilder, Strukturen, die aus gefundenen oder zurechtgemachten Elementen konstruiert werden.

Gemeinsam ist den Arbeiten trotz der unterschiedlichen Basis vor allem eines: Wie Gewässer, mit denen es Ahlert früher zu tun hatte, auf ihrem Boden allerlei mitgeschwemmte Stoffe abladen und in der Folge unter der Oberfläche eine zweite Geografie schaffen, so hält es der Künstler — nur ein wenig geordneter. Auf diese Weise entstehen Strukturen, von denen oft eine gewisse Rhythmik ausgeht, schon weil sich die Bauteile wiederholen, ähnlich wie eine melodische Formulierung in einer Sinfonie oder in einem Lied.

Professor Fritz Rohde, der Vorsitzende des Forums, freute sich dann auch bei der Eröffnung über eine „fulminante Ausstellung“. Ahlert sei im Übrigen „der Erste, der zum zweiten Mal bei uns ausstellt“. Nach der ersten Schau beim Forum, damals noch an anderer Stelle, sei das den Verantwortlichen nicht schwer gefallen: „Wir hatten den Eindruck: Da ist etwas neu dazugekommen.“

Der Aachener Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke, der einige Worte zur Einführung sprach, hob auf andere Aspekte ab — vor allem darauf, dass der Künstler der Natur eines aus der Hand nehme: „Er übernimmt den Prozess der Formung.“

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