Herzogenrath: Achte Auflage der „Zeitenwende“ kommt wieder bestens an

Herzogenrath: Achte Auflage der „Zeitenwende“ kommt wieder bestens an

Eine Engelsstimme aus Seattle verzauberte am Samstagabend die Besucher der 8. Zeitenwende in Herzogenrath: Keine Frage, das Konzert des Trios Carrie Clark war ein Musikgenuss, in der Nacht der Uhrumstellung könnte man sich kaum etwas Schöneres vorstellen, um die geschenkte Stunde zu nutzen.

Kultur pur war angesagt an diesem Abend, der um 19 Uhr auf Burg Rode mit Musikkabarett unter dem Motto „Die Welt ist rund“ begann. Hier präsentierte Hans Georgi zum Auftakt literarisches Kabarett vom Feinsten. Knapp 80 Zuhörer verfolgten die humorvollen Ausführungen des Aachener Kabarettisten über Erich Kästner.

Scharfsinnige Beobachtungen, mal musikalisch, mal kabarettistisch: Das Carrie-Clark-Trio begeisterte ebenso wie der Aachener Hans Georgi mit seinen Kästner-Interpretationen. Foto: Nina Krüsmann

Georgi interpretiert den beliebten Schriftsteller für Erwachsene: Mal singt er die von ihm vertonten Texte melodisch, mal beinahe schnulzig und an Schlager erinnernd, mal spricht er sie beinahe an der Musik vorbei. Anekdoten und Fakten aus Kästners Leben, Erinnerungen an durchzechte Nächte und große Liebe gefallen nicht nur Kästner-Fans. Immer wieder wird herzhaft gelacht und selbst nach den Zugaben hätte das Publikum gerne noch mehr gehört.

Aber es geht weiter, denn die Nacht der Zeitenwende ist noch lange nicht zu Ende. Mit dem Shuttlebus pilgert die Gruppe, begleitet von Organisatorin Catharina Scholtens, zur zweiten Veranstaltung des kulturellen Reigens. Im Soziokulturellen Zentrum Klösterchen erwartet die Kulturfans die eingangs beschriebene amerikanische Sängerin Carrie Clark, die sich derzeit mit ihren beiden Musikern auf Europatournee befindet. Ihre Musikmischung aus Folk, Jazz und Countrymusik kommt an. Clarks Songs beruhen auf scharfsinnigen Alltagsbeobachtungen und Begegnungen mit teils schrulligen Charakteren.

Mal singt sie ein Lied über ihre Großmutter Betty, mal über One-Night-Stands und zaubert allen dabei ein Lächeln ins Gesicht, nicht zuletzt Veranstalter Wilfried Hammers.

Zum Abschluss dieser Kulturnacht ging es in den Jugendtreff Streiffelder Hof: Hier wurde zum Finale so richtig abgerockt: Die „Trés Hombres“ aus Aachen pflegen den Bluesrock im zeitlosen Stil der Rock-Heroen der 60er Jahre. Die drei Bandmitglieder haben diese Epoche der ehrlichen Musik selbst erlebt und bringen diese Erfahrung in ihre Interpretationen ein. Handgemachte Musik von Hans Fischer an den Drums, Sänger und Gitarrist Heinz Robertz und Bassist Christoph Orthner ist stets ein Stimmungsgarant.

Ein Abend, drei Spielorte: Das Rezept der Zeitenwende ist erneut aufgegangen, und im nächsten Jahr wird bei der Kultnacht neu gemischt. Burg Rode, Klösterchen und Streiffelder Hof laden dann in veränderter Reihenfolge ein und man darf gespannt sein auf hochkarätige neue Künstler.

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