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Herzogenrath: Abgespeckter „Masterplan” taugt nichts

Herzogenrath : Abgespeckter „Masterplan” taugt nichts

So nicht! Die SPD-Fraktion kritisiert den jetzigen Entwurf „Masterplan Kohlscheid” und die Marschrichtung der politischen Kontrahenten. Und zwar heftig. Vize-Bürgermeister Dr. Manfred Fleckenstein wird konkret: „Ich halte das schlicht für eine Entmündigung der Bürger!”

Zwar sei der „Masterplan Kohlscheid” notwendig, um die gesamte Infrastruktur der Stadt nach vorne zu bringen. Das aber nur in einem sinnvollen Paket. Derzeit nämlich werde versucht zu zensieren und zu stoppen. Was übrig bliebe, sei aus Sicht der Sozialdemokraten einzig, die Roermonderstraße aufzuwerten. Und diese Straße allein sei nun einmal nicht der gesamte Stadtteil Kohlscheid.

Zusammengestrichen

Anfang 2003 wurden die Bürger befragt, wie der Stadtteil Kohlscheid aufgewertet werden könne. Es gab Workshops im TPH und ein Ingenieurbüro wurde beauftragt, einen Entwurf zu erstellen. Den nahmen anschließend die Fraktionen in Augenschein. Das war vor einem halben Jahr. Seitdem, so Wolfgang Goebbels, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Kohlscheid, sei er von der CDU und den Grünen unerträglich stark zusammen gestrichen worden.

Daher sei es dringend erforderlich, wieder an die Bürger heranzutreten und ihnen die abgespeckte Version vorzustellen. Denn einiges sei komplett herausgenommen worden. „Für uns ist bei der Kernsanierung Kohlscheids eine Verkehrsumgehung Südstraße/Marktplatz maßgebend”, unterstrich Wolfgang Goebbels.

Umgehung muss sein

Diese solle von der Kaiserstraße aus über eine Gasse, entlang des Dreco-Geländes und des Sportplatzes Langenberg führen, um von dort aus eine Anbindung an die Oststraße (Höhe „Kaisers”-Markt) zu schaffen.

Des weiteren könnte der Sportplatz - ein Aschenplatz, der für sportliche Zwecke nicht mehr genutzt werde - zur Erschließung der rückwärtigen Bebauung der Südstraße genutzt werden. Dort könnten nötige Parkplätze und Grünflächen entstehen. Zu Fuß erreiche man dann Markt und Südstraße über mehrere Gässchen schnell und bequem. Goebbels: „Irgendwann hat jemand in den Raum gestellt, dass da elf Schächte sind. Deren Verfüllung sei zu teuer und die Umgehung wurde gestrichen.” Eine Überprüfung, wie viele Schächte tatsächlich vorhanden sind, habe es indes nie gegeben, behauptet die SPD-Fraktion.

Lohnende 5000 Euro

Doch 5000 Euro für ein entsprechendes Gutachten seien ihr Geld Wert. Denn gebe es nur zwei oder drei Schächte, wäre das Projekt realisierbar. Zumal es zur Schächte-Sanierung derzeit noch Mittel vom Land gebe. Fleckenstein: „Wenn wir heute nicht zukunftsfähige Projekte entwickeln, wird sich städtebaulich in Kohlscheid wohl gar nichts mehr tun.”

Den „echten”, den ungekürzten „Masterplan” für Kohlscheid möchten die Sozialdemokraten den Bürgern am Montag, 28. Juni, um 19.30 Uhr im Lokal „Kempchen” noch einmal vorstellen. Fraktions-Vorsitzender Gerhard Neitzke: „Schließlich wollen wir mal hören, wie der Bürger darüber denkt und damit umgeht. Ein solches Projekt ergibt nur dann Sinn, wenn man es mit dem Bürger macht und nicht gegen ihn!”