Alsdorf: „ABBBA“ auch für Knirpse und die Eltern

Alsdorf: „ABBBA“ auch für Knirpse und die Eltern

Im großen Netzwerk von „ABBBA“ — dem Verein Alsdorfer Bildungs-, Beratungs- und Begleitungsangebote — finden auch Projekte für die ganz Kleinen und deren Eltern Platz. Kindertagesstätten und Familienzentren sind mit besonderen Sprechstunden in der Luisenpassage vertreten.

Eine Anlaufstelle für Eltern von behinderten Kindern, die noch keinen Kindergartenplatz haben, möchte die DRK-Kita Moselstraße bieten. „Viele Eltern behinderter Kinder trauen sich nicht in die Öffentlichkeit“, sagt Leiterin Christa Langen. Diese Erfahrung habe sie in ihrer Arbeit immer wieder gemacht. Ob nun falsche Scham der Grund dafür ist oder eine Unsicherheit im Umgang mit Eltern „normaler“ Kinder sei dahingestellt — jedenfalls will Christa Langen in Gesprächen solche Hemmungen nehmen. „Wir stellen oft fest, dass behinderte Kinder nahezu isoliert aufwachsen und wollen dazu beitragen, dass sich das ändert.“

Da sein für Eltern behinderter Kinder: Das will DRK-Kita-Leiterin Christa Langen. Foto: Stefan Schaum

Am geeigneten Ort

Begabungen entdecken und richtig fördern: Dazu berät Heike Miethig, Leiterin des EVA-Familienzentrums Ofden, in der Luisenpassage. Foto: Stefan Schaum

Eltern untereinander in Kontakt zu bringen ist ein Ziel, das Finden eines geeigneten Betreuungsplatzes ist ein weiteres. Auch integrative Plätze für unter Dreijährige finden sich mittlerweile in Alsdorfer Einrichtungen. „Die Nachfrage ist groß“, sagt Langen. Ärzte will sie mit ins Boot holen bei den Beratungen und überhaupt ist sie sehr froh über die Möglichkeiten, die „ABBBA“ ihr bietet. „Das ist ein starker Verband, in dem einer von den Angeboten des anderen profitieren kann“.

Zwei Standorte, zwei Angebote — das gilt bei „ABBBA“ für das geevangelische Familienzentrum, das die Kitas in Mitte und Ofden im Verbund bilden. Mit einer Variation des Konzeptes „Starke Eltern — starke Kinder“ ist Alsdorf-Mitte vertreten. „Wir bieten das jetzt einmal speziell für türkische Mütter an“, sagt Kita-Leiterin Rita Krupp. Rund um die Erziehung soll es bei den zehn Treffen gehen, aber auch der kulturelle Hintergrund und seine Auswirkungen auf die Familie sollen Thema sein. Krupp: „Wir werden fragen, wo die türkische Frau in der Gesellschaft steht und was ihre Rolle in der Familie ist.“ Einen feministischen Anstrich sollen die Treffen durchaus haben, sagt sie. Sie hofft auf große Akzeptanz. „Türkische Mütter erreicht man mit solchen Konzepten schwerer, aber wir gehen da mit großem Eifer ran.“

Konzept ist zertifiziert

Das gilt auch für das Konzept der Ofdener Kita, die sich die Begleitung hochbegabter Kinder im Elementarbereich auf die Fahnen geschrieben hat. Das Konzept, für das die Einrichtung 2011 vom Institut zur Förderung hoch begabter Forschulkinder (IHVO) zertifiziert worden ist, hat auch die Eltern im Blick. Und die haben bei diesem Theme so einige Fragen, weiß Kita-Leiterin Heike Miethig. Vom Erkennen einer besonderen begabung bis zur Frage, ob eine vorzeitige Einschulung Sinn macht oder nicht.

„Wir wollen in der Beratung Ängste nehmen, Förderungsmöglichkeiten aufzeigen aber auch mal zu hohe Erwartungen dämpfen, wenn das nötig ist“, sagt Miethig. Hochbegabung könne sich auf viele Arten äußern. Nicht nur beim Kind, das mit vier Jahren zu lesen beginnt, sondern auch beim „Zappelphilipp“ oder dem Knirps, der nicht müde wird, seine Eltern mit Fragen zu löchern. Miethig: „Wir wollen Eltern gerne sagen, wie sie damit umgehen und ihre Kinder richtig bei der Entwicklung begleiten können.“

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