Herzogenrath: Aachener präsentiert seine Werke beim Forum für Kunst und Kultur

Herzogenrath: Aachener präsentiert seine Werke beim Forum für Kunst und Kultur

Im Spektrum zwischen Schwarz und Weiß bewegen sich die meisten Arbeiten von Ralf Wierzbowski. Was der Aachener Künstler derzeit beim Forum für Kunst und Kultur im Eurode-Bahnhof Herzogenrath ausstellt, ist eher dunkel anzuschauen.

„Ich versuch es immer wieder, farbig zu malten — es will mir nicht gelingen“, beteuerte er in der Vorbereitung der Werkschau. Aber angesichts der ernsten Themen, die Wierzbowski aufgreift, ist seine Handhabung nur allzu verständlich. „Da geht es um Aggression und Krieg, um Macht der Medien, der Massenmedien und um den alles beherrschenden Markt“, erklärte Kunsthistorikerin Renate Puvogel in ihrer umfangreichen Einführung zur Vernissage am vergangenen Wochenende.

„Er trägt die Sujets mit vehementer Geste und mit viel Empathie auf großen Tafeln so vor, dass man erschrickt. Breite, getränkte Pinselschwünge besetzen Teile der Bildebene, überlassen hingegen andere Partien einem beruhigteren Malduktus als undurchdringliche Flächen“, betonte die Kunstexpertin. Das Dargestellte selbst bleibe häufig schwer entzifferbar, in einem Zustand des Übergangs, des Allgemeinen.

Auch in die 3D-Technik hat Wierzbowski sich bereits vorgewagt. Aus Platzgründen kann im Forum zwar keine wandfüllende Filmprojektion gezeigt werden und auch keine Arbeit mitten im Raum, bei welcher der Betrachter sogar selbst ins Bild steigt. Doch das Motiv von 3D-Brillen richtet den Blick auf dieses spannende Feld, das der Multimediakünstler beschreitet. Die drei neuen „VR_Lichtbilder in Leuchtkästen“ im Nebenraum erzählen von der Flucht in die virtuelle Welt.

Der Künstler spannt den Bogen vom Eingangsbereich mit acht Soldatenbildern bis hin zu drei leuchtenden, gesichtsverhüllenden beziehungsweise entstellenden Selbstporträts. „Das reicht sowohl in künstlerisch-technischer Hinsicht von der Mischtechnik auf Beton hin zu multimedialem Verfahren, als auch inhaltlich vom traditionellen militärischen Gefecht bis zum virtuellen Krieg mit unabsehbaren Folgen“, erklärte Renate Puvogel.

Auf dem Höhepunkt ist das kriegerische Ringen in dem großen hochformatigen Gemälde aus der Serie „Low and Ready“ im Nebenraum. „Es ist der Weltenbrand, den ein einsamer Kämpfer auf dem Gipfel des Erdenrunds wohl kaum löschen kann, ja, den er wohl selbst mit verursacht hat. Hier greift Wierzbowski nun mal in den Farbtopf; aber das flammende Rot hellt die Szenerie wahrlich nicht auf sondern steigert das bereits so ernsthafte Schwarz-Weiß noch ins Schmerzliche“, erläuterte Puvogel.

Ob vielleicht das große schwungvolle „A“, das der Ausstellung den Titel gibt, Antworten anbiete? Assoziationen mit dem A seien ambivalent, mit dem Buchstaben lassen sich einerseits negative Bedeutungen wie Angst, Apathie oder gar Anarchie und Apokalypse verbinden, andererseits durchaus auch positive Begriffe wie Anfang, Ahnung oder auch Aufbruch. „Einem Jeden steht es frei, seine persönliche Interpretation zu finden, dem Künstler Ralf Wierzbowski ebenso wie dem Publikum“, betonte Puvogel.

Die Ausstellung „A“ ist bis 19. Mai dienstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet (feiertags geschlossen).