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Würselen: 99 Jahre - so gehts: „Viel an nichts denken...”

Würselen : 99 Jahre - so gehts: „Viel an nichts denken...”

Kürzlich hat Würselens Bürgermeister Werner Breuer einen der ältesten Einwohner der Stadt besucht. Er erlebte einen frischen 99-jährigen Künstler Peter Philippen mit Witz und vielen Ideen.

Anfang des vergangenen Jahres zog der 1904 in Düsseldorf geborene Philippen in die Seniorenresidenz St. Franziskus und fühlt sich seitdem dort sehr wohl,und erfreut sich nach wie vor seiner großen Leidenschaft, der Ölbildmalerei.

Schon mit acht Jahren zeigte sich ein künstlerisches Talent, das, zunächst gegen den Willen des Vaters, besonders gefördert wurde. In seinen 99 Lebensjahren hat Philippen viele historische Veränderungen - vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, das Dritte Reich schließlich zur Bundesrepublik - durchlebt. Stationen dieses Wandels schilderte er mit einem Schmunzeln auf den Lippen Werner Breuer.

Wie man denn so gesund und munter so alt werden könne, wollte der Erste Bürger der Stadt wissen. „Sie müssen nur viel an nichts denken, stets optimistisch sein und immer nach vorne schauen, viel wandern, aber keinen Sport betreiben”, hielt er es mit Winston Churchill, zumindest was den Sport betrifft. Zu seinem hundertsten Geburtstag wünscht sich Philippen eine Löwensafarie in Kenia - möglicherweise nur ein Scherz?

Seine große Liebe gilt nach wie vor der Malerei. Erst vor kurzem eröffnete er seine Ausstellung zu den „Kunstpunkten” in der Bilker Alle. „Kunstpunkte” ist eine Aktion des Kulturamtes der Stadt Düsseldorf, bei der rund 460 Künstlerinnen und Künstlern in etwa 300 Kunstpunkten rund um Düsseldorf Kunst präsentieren. In der Philippen-Ausstellung wurden 105 Ölbilder, Aquarelle, Pastelle und Collagen, die der Künstler in der Zeit zwischen 1986 und 2003 geschaffen hat, und weitere 400 Exponate präsentiert.

Bis in die USA

Philippens Schaffenskraft sind viele Kunstwerke zu verdanken, die Abnehmer sogar bis in die Vereinigten Staaten fanden. Kunstsammler aus den Staaten ordern nach wie vor einen „Original Philippen”.

Trotz seines Umzugs in die Seniorenresidenz will er weiterhin aktiv bleiben, „da ich erst mit 130 Jahren Rentner werden will”.