40 Jahre Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath

Nell-Breuning-Haus : Zum 40. Jubiläum stehen Arbeit und Solidarität im Mittelpunkt

Über einen Mangel an Gästen konnte sich das Nell-Breuning-Haus (NBH) in den vergangen Monaten wahrlich nicht beklagen. Rund 15.000 Gäste fanden 2018 den Weg nach Herzogenrath-Mitte, stattliche 9500 blieben sogar über Nacht.

Als anerkannte und weit über die Grenzen der Städteregion hinaus beliebte Einrichtung der politischen Bildung begeht man in diesem Jahr sein 40. Jubiläum.

Grund genug für Hausleiter Manfred Körber und Simon Winkens, ehrenamtlicher Vorsitzender des Trägervereins „Bildungs- und Begegnungsstätte der KAB und CAJ im Bistum Aachen“, den Blick optimistisch nach vorne zu richten. Bei der Jahrespressekonferenz wurden die Themenschwerpunkte für die Arbeit in 2019 detailliert vorgestellt.

Multikulturelle Begegnungen stehen im NBH an der Tagesordnung – Gäste und Konferenzteilnehmer reisen aus ganz Europa an. Die Nachfrage auf gängigen Online-Buchungsportalen ist ungebrochen hoch, besonders bei regionalen Großveranstaltungen gehören Monteure und Techniker zu den oft und gern gesehenen Gästen.

Als Partner des Europäischen Zentrums für Arbeitnehmerfragen (EZA) will das NBH seine Kooperationen in diesem Bereich ausbauen. Der Arbeitsmarkt gehört zu den elementaren Themengebieten, Übergangsprojekte von der Schule in die Berufsfeld und die dazugehörige Zusammenarbeit mit regionalen Bildungseinrichtungen sowie mit dem Aachener Jobcenter und dem Arbeitslosenzentrum des Bistums Aachen machen das NBH zu einer umfassenden Anlaufstelle für alle Generationen.

Pünktlich zum Jubiläumsjahr haben Körber und seine Kollegen eine lange Zeit ruhende Tradition wieder ins Leben gerufen. Ein Jahresbericht unter dem Titel „Einsichten“ wurde für 2018 angefertigt. „Alter Titel, neues Format“ - so umschreibt Körber treffend die Neuauflage. Der Fokus wurde im vergangenen Jahr vom Arbeitsmarkt entsprechend auch auf das Thema Jugend erweitert. Die Jahresschwerpunkte „Migration“ und „Demokratie“ wurden eng verknüpft mit dem Prinzip der Partizipation.

Die Teilhabe von Jugendlichem am gesellschaftlichen Werdegang soll auch 2019 weiter gefördert werden. Drängende sowie oftmals unbequeme Themen gehören selbstverständlich zum Repertoire im Veranstaltungskalender. Die überaus erfolgreichen „Kohlegespräche“ im Zuge der Wirren um den Hambacher Forst und dem rheinischen Braunkohlerevier werden nahtlos fortgesetzt – bereits am Montag, 11. Februar, wird die nächste Ausgabe stattfinden.

Ein offizieller Festakt zum stolzen Jubiläum ist im Zuge des traditionellen „Begegnungsfest“ am 7. Juli geplant. Bis dahin soll auch ein internes Projekt weiter voran getrieben werden: Auf dem alten Spielplatzgelände nahe dem Hauptgebäude soll ein Niedrigseilgarten entstehen. Bislang haben Sponsoren etwa ein Drittel der benötigten 15.000 Euro bereitgestellt, die Suche nach weiteren läuft.

Der Seilgarten soll in spielerischer Manier zur kreativen Lösungsfindungen innerhalb einer Gruppe motivieren. Managementseminare, aber auch Gruppen von Berufseinsteigern wären mögliche Zielgruppen. Der Zugang zum Seilgarten bleibe natürlich weiterhin öffentlich, so Körber. Entsprechend dem Jahresschwerpunkt „Arbeit und Solidarität“ ist eine internationale Fachtagung zum Thema Wanderarbeit in Europa in der Vorbereitung. Das geplante Vernetzungstreffen soll neben einer Steigerung der internationalen Kommunikation auch Verbesserungsvorschläge ausarbeiten.

Auch die Arbeit des „BarCamp Arbeit 4.0“ (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) soll nach Roda gelotst werden. Für die EZA-Generalversammlung im November, an der 73 Arbeitnehmerorganisationen aus 30 europäischen Ländern teilnehmen werden, wird noch eine größere Location im Raum Aachen gesucht. Die eigene Infrastruktur im NBH wird darüber hinaus eine Veränderung erfahren.

Im Zuge eines interessanten Nachhaltigkeitsprojektes werden die Gästezimmer im Erdgeschoss renoviert und mit „recycelten“ Möbeln neu bestückt. „Große Hotelketten werfen bei Renovierungsarbeiten das alte Mobiliar oftmals einfach weg. Wir werden diese Stücke recyceln“, verriet Körber.

(yl)
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