Herzogenrath: 1Live-Schulduell: Berufskolleg Herzogenrath steht im Finale

Herzogenrath: 1Live-Schulduell: Berufskolleg Herzogenrath steht im Finale

Popkonzert statt Schulalltag — wenn morgen alles glattgeht, könnte dieser Traum für die Schüler des Herzogenrather Berufskollegs Wirklichkeit werden. Die Schule steht im Finale des 1Live-Schulduells, eines Wettbewerbs, bei dem fünf nordrhein-westfälische Bildungsstätten gegeneinander antreten, um einen aufstrebenden Künstler — in diesem Jahr ist Mark Forster das Objekt der Begierde — in die Aula zu holen.

Doch bis hierher war es ein langer Weg voller Rückschläge. „Wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben“, erzählt Abiturient Domenic Piekut. Denn im ersten Auswahlverfahren schnitt seine Schule vergleichsweise schlecht ab. Es galt, einen digitalen Hindernisparcours zu überwinden. Das Berufskolleg landete abgeschlagen auf Rang 117.

Einige Tage später bekamen Piekut und seine Mitschüler eine neue Chance. Denn andere Teilnehmer hatten die App manipuliert, die 1Live nutzte, um die Finalisten zu ermitteln. Die Zähler wurden also wieder auf Null gesetzt.

Im zweiten Anlauf musste eine lückenhafte Telefonnummer vervollständigt werden. Piekut fand sie heraus und katapultierte seine Schule so in die Endrunde. Nun brauchte es nur noch eine engagierte Lehrkraft, die bereit war, sich den Quizfragen der Radiomoderatoren im Finale zu stellen.

Fündig wurde man bei Sportlehrer Markus Schneiderwind, dem es morgen obliegt, die Schulehre zu verteidigen. Vorbereitet hat er sich mehr als gründlich: „Ich habe ständig Radio gehört und die 1Live-Website gecheckt, mir regelmäßig die Charts angeguckt und mich über alle wichtigen Events informiert. Sogar vor Klatschzeitschriften habe ich nicht zurückgeschreckt.“ Bis zu vier Stunden pro Tag habe er in sein popkulturelles Training investiert.

Ob sich die Mühe gelohnt hat? Schneiderwind hofft es. „Alleine, weil wir einziges Berufskolleg im Finale sind. Ein bisschen Aufmerksamkeit kann dieser Schulform definitiv nicht schaden.“ Außerdem wolle er seine Schüler nicht enttäuschen. „Das ist jetzt halt meine Prüfung, so wie die ihre Abiturklausuren schreiben müssen.“ Entsprechend aufgeregt sei er, sagt Schneiderwind. „Schließlich werden an die vier Millionen Menschen die Liveübertragung des Finales hören.“ Sollte es nicht klappen, sei dies aber auch kein Weltuntergang. „Denn so weit, wie wir gekommen sind, haben wir eigentlich schon gewonnen.“