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Merkstein: 120 Grundschüler lernen bald ganztags

Merkstein : 120 Grundschüler lernen bald ganztags

Viele Infos über die Einführung der Ganztagsgrundschule in Herzogenrath gab es auf einer Podiumsdiskussion im Saal der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Merkstein.

Als Referenten waren Karsten Rudolph, SPD-Landtagsmitglied in Düsseldorf, Klaus Spille, Schuldezernent der Stadt Alsdorf, Hans-Josef Wellmann, Vorstandsmitglied der AWO im Kreis Aachen und Manfred Fleckenstein, schulpolitischer Sprecher der SPD im Rat der Stadt Herzogenrath geladen.

160 Millionen Euro

Karsten Rudolph, der in der Landtagsfraktion federführend am Konzept gearbeitet hat, nannte Zahlen, die belegen, dass die offene Ganztagsgrundschule im Land NRW ein Renner ist: Im kommenden Schuljahr werden dreimal mehr Kinder einen Platz bekommen (über 35000 an 690 Schulen) als in diesem Schuljahr. Die Fördermittel von Land und Bund betragen etwa 160 Mio. Euro für dieses Jahr. Weitere 913 Mio. Euro werden bis 2007 für bauliche Maßnahmen an den Schulen bereitgestellt.

Die Pisa-Studie habe gezeigt, dass Ganztagsschulen bessere Fördermöglichkeiten bieten und hier Schule ein Ort des Lernens und Lebens sein kann. So zeige das Modell bereits jetzt, dass die Verbindung von Betreuung und Lernen gelungen sei. Im Landesdurchschnitt liegen die Elternbeiträge, so Rudolph, sozial gestaffelt bei 44 Euro pro Monat und Kind.

Eine Schule pro Stadtteil

Manfred Fleckenstein erläuterte den Stand des Konzepts in Herzogenrath: An drei Grundschulen, je eine pro Stadtteil, werden ab September in vier bis fünf Gruppen etwa 120 Schülerinnen und Schüler aufgenommen. Das pädagogische Konzept wird in Herzogenrath-Mitte und Merkstein in Zusammenarbeit zwischen Grundschule und AWO erarbeitet. In Kohlscheid wird die Schule zusammen mit dem Schulamt ein Konzept erarbeiten.

Klaus Spille berichtete aus Alsdorf, wo schon im laufenden Schuljahr an zwei Schulen 70 Kinder in offenen Ganztagsgrundschulen betreut werden. „Hier hat sich die Stadtverwaltung als Träger bewusst zurückgehalten. In enger Zusammenarbeit mit Eltern, Vereinen und der Jugendhilfe konnten die Schulen gute pädagogische Rahmenbedingungen schaffen. Besondere Angebote in Englisch, Musik und Sport ergänzen die (Hausaufgaben-) Betreuung der Schülerinnen und Schüler am Nachmittag. Der gemeinsame Mittagstisch bietet als soziale Komponente eine Stärkung des Gruppengefühls.”

Der Kreisverband der AWO wird ab Sommer 2004 als Träger von insgesamt drei Einrichtungen in Herzogenrath und Stolberg zusammen mit den Schulen die Betreuung und Organisation übernehmen. Hans-Josef Wellmann erläuterte, dass die AWO dazu einen eigenen Verein mit kompetenten Mitarbeitern gegründet hat.

Lebhafte Diskussion

In der anschließenden lebhaften Diskussion wurde deutlich, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Lehrerinnen, Eltern und Trägern sehr wichtig ist. Durch regelmäßige Elternbriefe werden in Alsdorf alle Beteiligten informiert. Die Kinder in den Gruppen fühlten sich offenbar sehr wohl und seien gerne in der Schule, was sich positiv auf das Schulklima auswirke. Damit leiste das Projekt Offene Ganztagsgrundschule einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag in der Familienpolitik und helfe vielen Eltern, entspannter mit ihren Kindern umzugehen.