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Jülich: „Zwischenzeiten” ein Dauerbrenner?

Jülich : „Zwischenzeiten” ein Dauerbrenner?

Drei Fliegen mit einer Klappe glauben die beteiligten Akteure an der Aktion „Zwischenzeiten mit Kunstgenuss” geschlagen zu haben.

Nach vierwöchiger Laufzeit ging die Ausstellung in leerstehenden Jülicher Ladenlokalen mit einer Finissage im Experimentellen Atelier in der Galeria Juliacum zu Ende. Die Aktion gab den Künstlern die Gelegenheit sich und ihre Werke darzustellen, gleichzeitig die leeren Lokale zu nutzen und die Stadt Jülich zu präsentieren.

Zum Abschluss hatten sich die 36 involvierten Kunstschaffenden eine besondere Performance einfallen lassen. Unter dem Gesichtspunkt „Wie kann man sich Kunst zuführen?” inszenierten sie die quasi mundgerechte Zerlegung einer Holzskulptur.

Die filetierte Figur wurde einem „betuchten” Ehepaar, dargestellt von zwei Besuchern, als Schnitzel serviert. Das Tischtuch hatten die Künstler zuvor in einer Gemeinschaftsarbeit unter Leitung von Leo Brenner bemalt. „Das ist wie wenn man mit acht Leuten Tischtennis spielt,” resümierte Hans-Peter Bochem anschließend.

„Die Performance zeigt eine Form, wie man sich Kunst ,einverleiben kann”, erläuterte Mitorganisatorin Kirsten Müller-Lehnen. Die zerstörte Skulptur zeigte ein Paar, das in einem Käfig gefangen war. „Wenn man etwas auflöst, muss man sehen, ob daraus nicht etwas neues entwickeln kann,” philosophierte Müller-Lehnen weiter.

Grenzen sprengten die Künstler ohnehin mit ihrer Aktion. Der innovative Charakter kam nicht nur beim Jülicher Publikum gut an. „Wir waren in jeder Beziehung erfolgreich”, freute sich Mit-Initiatorin Kirsten Müller-Lehnen, die gemeinsam mit Galeria-Manager Thomas Biermann und Wolfgang Hommel vom Verein Stadtmarketing, die Veranstaltung ins Leben rief.

Zahlreiche Kunstinteressierte stöberten in den sechs Ateliers und brachten die Anregung an, die Aktion doch als „Kunstcafé” fortzuführen. Dem steht jedoch der organisatorische Aufwand im gastronomischen Bereich im Wege.

Dennoch setzen die Künstler alles daran, eine Möglichkeit zur Fortsetzung zu finden. „Wenn sich jeweils fünf Künstler pro Monat finden, die sich den Mietbetrag teilen, können wir zumindest das Experimentelle Atelier in der Galeria fortführen,” stellte Kirsten Müller-Lehnen in Aussicht.

Für die begeisterten Kunstfreunde, die alle sechs Ateliers besuchten, gab es ein besonderes Schmankerl. Unter ihnen wurden ausgewählte Kunstgegenstände der 36 Künstler verlost.