Jülich: Zwischen Pop Art und chinesischen Propaganda-Fahnen

Jülich: Zwischen Pop Art und chinesischen Propaganda-Fahnen

Die traditionelle Kunst seiner chinesischen Heimat und westliche Einflüsse verschmelzen zu einer Einheit. Der Grenzgänger Ren Rong schafft es, diese beiden so unterschiedlichen Richtungen in seinen Arbeiten zu vereinen.

Dabei liebt er die Abwechslung und verwendet gerne unterschiedlichste Materialien. So arbeitet der Künstler, der 1960 in Nanjing geboren wurde, dort aufwuchs und Kunst studierte, ebenso gerne mit Papier wie mit Stahl oder Holz.

Plakativ sind seine Bilder. Sie erinnern auf der einen Seite in ihrer Farbigkeit an den Pop Art-Künstler Andy Warhol, auf der anderen Seite an die riesigen chinesischen Propagandafahnen, die man auch aus dem Fernsehen kennt. Und nicht selten zeigen sie Mao (1893 - 1976), den „Großen Vorsitzenden” der Kommunistischen Partei Chinas, den Gründer der Volksrepublik, den Revolutionär, die Ikone der 68-er Bewegung und noch heute eine Großvaterfigur für viele junge Chinesen.

„Mit ihm”, so Ren Rong, „bin ich aufgewachsen und ich will analysieren, wieso er so viele Millionen Menschen derart beeinflussen konnte.” Doch es ist nicht alleine Mao, den er auf seine Ölbilder bannt. Ihm stellt er seine Pflanzenmenschen zur Seite, in denen er Mensch und Natur verbindet. Sie erinnern an die alten chinesischen Scherenschnitte und finden sich nicht nur in seinen Bildern wieder, sondern auch als Objekte in Stahl oder Holz.

Weiterhin arbeitet der Künstler häufig mit chinesischen Schriftzeichen, die er wiederum mit westlichen Elementen kombiniert. Okzident und Orient finden hier zusammen. Um den Künstler und seine Arbeit den zahlreichen Gästen bei der Ausstellungseröffnung ein wenig näher zu bringen, interviewte Hendrik Loven, Sohn der Galeriebetreiber Georg und Marita Loven, den Künstler.

Um aber letztendlich seine Arbeiten noch besser verstehen zu können, riet Ren Rong den Anwesenden: „Schauen sie einfach und dann fragen sie mich”. Damit wurde wiederum deutlich: Er sucht den Dialog mit dem Betrachter. Ren Rongs Arbeiten sind zurzeit in der Galerie an der Zitadelle zu sehen sind.

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